Schön, schön, schön. Hauptsache Bayern ist draus
'Trap' lässt Bayerns-Titelträume platzen
Dank Martin Stranzl steht der VfB Stuttgart zum dritten Mal nach 1997 und 1998 im Ligapokalfinale. Das Team des ehemaligen Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni gewann durch das Tor des österreichischen Nationalspielers eine Minute vor dem Ende mit 2:1 (1:1) im ersten Pflichtspiel in der neuen Allianz-Arena gegen Titelverteidiger Bayern München und greift am kommenden Dienstag in Leipzig (20.30 Uhr, live bei Premiere) nach der Siegprämie in Höhe von 1,85 Millionen Euro.
Meira (l.) und Soldo bedrängen Santa Cruz (m.)
Der fünfmalige Ligapokal-Sieger aus München (1997 bis 2000 und 2004) ging beim Wiedersehen mit dem alten Bayern-Trainer und neuen VfB-Coach Trapattoni vor 50.000 Zuschauern durch einen Kopfball von Torjäger Roy Makaay und der Hilfe von VfB-Torwart Timo Hildebrand in der 18. Minute in Führung. Den Ausgleich für die Schwaben erzielte Neuzugang Thomas Hitzlsperger in der 21. Minute mit einem Gewaltschuss. Roy Makaay scheiterte in der 81. Minute noch mit einem Handelfmeter an Hildebrand. Der in der 77. Minute eingewechselte Millionenstürmer Jon Dahl Tomasson legte für den frei stehenden Stranzl 60 Sekunden vor dem Ende maßgerecht auf. Trapattoni meinte nach der Partie: 'Ich bin sehr zufrieden. Die Zuschauer haben ein schönes Spiel gesehen. Vor dem Elfmeter habe ich gedacht, wir haben fertig. Bayern hatte große Möglichkeiten, aber wir hatten eine gute Organisation. Für uns war es ein guter Test.'
In ihrem ersten Wettbewerbsspiel in der Allianz-Arena waren die Bayern zunächst die tonangebende Mannschaft. Trotz einer offensiven Ausrichtung kam dagegen der VfB Stuttgart in der Offensive zunächst kaum zu gelungenen Aktionen. Folgerichtig gingen die Gastgeber in auch in Führung. Nachdem Roque Santa Cruz zunächst frei vor dem VfB-Tor vergeben hatte (11.), brachte Torjäger Roy Makaay seine Mannschaft nach einer Flanke von Bastian Schweinsteiger per Kopf in Führung - Stuttgarts Torhüter Timo Hildebrand leistete dabei jedoch unfreiwillig Hilfestellung, da er den Ball durch Hände und Beine über die Torlinie rutschen ließ.
Die Gäste, die im Viertelfinale des Ligapokals Hertha BSC Berlin im Elfmeterschießen ausgeschaltet hatten (4:3), konterten jedoch prompt. Nur drei Minuten nach dem Rückstand fasste sich Neuzugang Thomas Hitzlsperger aus rund 27 Metern ein Herz und hatte Erfolg: Sein tückischer Weitschuss schlug knapp unterhalb der Latte im Münchner Tor ein, Michael Rensing, der den an der Hüfte verletzten Oliver Kahn im Münchner Tor vertrat, konnte dem Ball nur verdutzt hinterher schauen. 'Den muss er haben. Aber er ist noch jung, er darf Fehler machen', sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß in der Halbzeit.
Ballack nur auf der Bank
Beide Trainer hatten bei der Mannschaftsaufstellung einige Überraschungen parat. Bei den Bayern saß Michael Ballack zunächst nur auf der Bank, an seiner Stelle bemühten sich Schweinsteiger und Sebastian Deisler um einen geordneten Spielaufbau. VfB-Trainer Giovanni Trapattoni, drei Jahre lang auch Coach des FC Bayern, verzichtete in der Start-Elf erneut auf Jon Dahl Tomasson. Dafür spielte Nachwuchs-Stürmer Mario Gomez in zentraler Position zwischen Cacau und Christian Tiffert.
Das Konzept von Trapattoni wurde jedoch nach einer halben Stunde über den Haufen geworfen: Nach einem Foulspiel von Owen Hargreaves, der dafür die Gelbe Karte sah, musste Tiffert verletzt vom Platz. Auch Silvio Meißner musste nach 43 Minuten aufgrund von Adduktorenproblemen ausgewechselt werden.
Ironischerweise waren die Stuttgarter nach dem Wechsel keinen Deut schlechter und hatten durch den eingewechselten Christian Gentner und Fernando Meira sehr gute Möglichkeiten. Bayern hätte durch Makaay, dessen Kopfball von Hildebrand an die Latte gelenkt wurde, weitere Tore erzielen können.
Trainer Felix Magath meinte: 'Die Spieler waren nicht hunderprozentig fit, das hat man an der mangelnden Konzentration zum Schluss gesehen. Wir haben es mit aller Macht versucht und hatten unsere Möglichkeiten zum 2:1. Jetzt haben wir nach der Japan-Reise bis zum Bundesliga-Start wenigstens kein Pflichtspiel mehr.'
www.bundesliga.de