Kaiserslautern: Neue Elf hat Konturen - 19.01.2006 12:31
Borbély bleibt Sorgenkind, Krzynowek Wunschkandidat
Das Facelifting in der Pfalz ist noch nicht endgültig abgeschlossen. Die gewünschte Verstärkung für die Offensive lässt weiter auf sich warten. Der Poker um Leverkusens Jacek Krzynowek (29) wird zum Geduldspiel.
Fraglich ist, ob sich das Schlusslicht ein Leihgeschäft mit Leverkusen noch leisten kann nach den Zugängen von Mathieu Beda, Jon Inge Höiland und Balász Borbély. Der polnische Nationalspieler (54 Länderspiele/neun Tore) ist bereit zum Klubwechsel. Weil er spielen muss, um sich seine WM-Chance zu erhalten. Bei Bayer hat er trotz eines bis 2007 laufenden Vertrages derzeit keine guten Perspektiven. Ginge Krzynowek nach Kaiserslautern, und sei es vorerst nur bis Saisonende, dann wäre möglicherweise Spieler und Schlusslicht geholfen.
Schon ohne Krzynowek hat das neue Gesicht des 1. FCK deutliche Konturen. Vor allem in der anfälligen Defensive (44 Gegentore). Die in der Hinrunde so löchrige Vierer- Abwehrkette sollen Höiland als rechter Verteidiger und Beda als Organisator festigen. Neu ist ebenfalls die Variante mit Mittelfeldspieler Marco Engelhardt als Linksverteidiger. "Marco hat mir hinten links gut gefallen." Die Einschätzung von Wolf nach einem viel versprechenden Versuch gegen Ciudad de Murcia lässt darauf schließen, dass Engelhardt bei der Generalprobe (Sa., 15 Uhr) gegen den Schweizer Erstliganeuling Yverdon erneut auf der Position von Stefan Blank zum Zuge kommt. Offen ist, ob Marcelo Pletsch (29) oder Fabian Schönheim (18), der derzeit Abiturarbeiten schreibt, das Quartett komplettiert.
Engelhardts Rolle im Mittelfeld plant Wolf Borbély anzuvertrauen. Vom ballsicheren Slowaken verspricht sich der Trainer mehr Ordnung beim Spielaufbau. Der Haken: Borbély ist das Sorgenkind. Die Nummer "30" plagte eine Achillessehnenreizung, konnte in Spanien kein Mannschaftstraining absolvieren. "Ich habe Hoffnung, ihn bis zum Schalke-Heimspiel fit zu bekommen." Wolf sieht keineswegs schwarz, zumal leichte Besserung eingetreten ist. Dennoch will er kein Risiko eingehen, wird er auch übermorgen gegen Yverdon auf den 26-Jährigen verzichten.
Vorne sind Halil Altintop, Ervin Skela und Boubacar Sanogo gesetzt. Nur links offensiv ist eine Lücke; die soll Krzynowek schließen.
Bleibt die Kapitänsfrage. Kurz vor Rückflug am Mittwoch führten Wolf und Assistent Wolfgang Funkel das angekündigte Gespräch mit Marco Engelhardt. Das Ergebnis behält das Trio zunächst für sich. Wolf: "Bis zum Schalke-Spiel ist alles geklärt!" Dass die Last der Spielführerbinde mit seinem Leistungsabfall in der Vorrunde (kicker- Durchschnittsnote 4,21 gegenüber 3,34 in der ersten Halbserie 2004/ 05) in Zusammenhang steht, bestreitet Engelhardt.
Uli Gerke
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