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Aufarbeitung Saison 2023/2024

Larilson

Well-Known Member
Ich hab das Gefühl, dass die Aufarbeitung der Saison, die aus guten und schlechten Aspekten besteht, sich über alle möglichen Threads zieht (von FF bis Kaderplanung) und immer nur bruchstückhaft geführt wird.

Ich versuche mich mal an einer - bewusst sehr knappen - Darstellung der Pros & Cons und meiner daraus folgenden Schlüsse:

PRO:
- die Klasse wurde in der sau schweren 2. Saison ohne Nachsitzen in der Relegation schon an Spieltag 33 gehalten
- mit Kaloc und Ache wurden zwei sau starke Spieler geholt, die entweder die sportliche Qualität nachhaltig erhöhen oder evtl. relevante Ablöse bringen
- Das Umfeld steht sehr stark hinter dem Verein. Der Zuschauerschnitt ist - in Anbetracht der schwierigen sportlichen Lage - sensationell
- Das DFB-Pokalfinale wurde erreicht.
- Durch die letzten beiden Punkte wurde auch finanziell ein gewisser Bonus erwirtschaftet

CONTRA:
- die Kontinuität ist komplett abhanden gekommen. 3 Trainer und die halbe Mannschaft wurden - zum großen Teil ohne Not - ausgewechselt
- Spieler mit Integrationswert für Fans und Verein werden fallen gelassen: Kraus, Hercher, Luthe, Boyd - aus meiner Sicht ein wichtiger Punkt.
--> beide Punkte zusammen bedeuten für mich eines: Hier ist nicht "die Welt (in der Provinz) noch in Ordnung" - hier ist hire & fire. Ritter kann ja froh sein, dass er vor der jetzigen Ära die Zeit bekam, sich zu aklimatisieren!
- Der Winterumbruch: Weder war die Masse nötig, noch die Klasse eingehalten. Ein Kaloc rettet dieses Titanic-Manöver nicht. Luthe und Boyd hätten uns in der Rückrunde sehr gut getan. Simakala, Stojilkovic, Ronstadt und Abiama haben alle keine wesentliche Rolle gespielt. Statt dieser Spieler hätte man - und das hat JEDER FAN (=LAIE) gesehen, auf den Schienen und im Bereicht IV nachlegen müssen. Statt der genannten 4 ein schneller LIV, ein LV, ein RV und ggf. ein Backup für Jule. Boyd als Alternative für Ache gehalten. Damit wäre man wohl nicht schlechter gefahren.
- Die Investoren: Ich kann mich täuschen - aber mein Eindruck, warum DS entlassen wurde, war nicht, dass man Abstiegsangst hatte. Ich glaube, man hat nach dem "Spitzenreiter"-Gebrüll nach H96 vom Aufstieg geträumt. Was ein Quatsch...

KONSEQUENZEN (NACH LARILSON):
- Wichtigste Konsequenz: Wer den Winterumbruch zu verantworten hat, sollte von der Kaderplanung entbunden werden. Zumindest sollte ein Vorgesetzter alles prüfen und billigen müssen
- Möglichst Kontinuität reinbringen: Den Umbruch so klein wie möglich halten: Pucha, Zolinski, Hanslik halten. Bei Hecke und Krausi zumindest nochmal sehr genau überlegen.
- Der Vorstand sollte ergänzt werden. Ich denke, TH als "Big Boss" hat durchaus noch eine Chance verdient. Ggf. braucht er aber eine ebenbürtige sportliche Kompetenz neben sich. Ob das jetzt FF ist ? Aber Hajri seh ich da jedenfalls (noch) nicht.
- Trainer: Und das richtet sich jetzt insbesondere an die Investoren: derzeit haben wir zu wenig sportlichen Sachverstand. Oftmals ergibt ja eine gegenteilige Ansicht auch positive Reibung (das habe ich im Ergebnis bei FF und TH auch so empfunden. Die haben sich gegenseitig sicher sehr offen gesagt, wass nicht läuft). Verzichtet man nun auf eine starke sportliche Leitung im Vorstand, dann MUSS, ja MUSS ein Trainer kommen, der nicht alles abnickt. Einer der im Winter intern die Fetzen fliegen lässt und sagt: "Ich will diese Spieler nicht. Ich will Verteidiger. Sonst könnt ihr euren Scheiß alleine machen!" Das kann aber kein Greenhorn. Unmöglich. Ein auf dem Papier starker Berufsanfänger ist was für Ulm, Elversberg etc. wo es keinen schert, wenn es 2 Jahre braucht, bis alles ineinander greift. Wo du nach trial and error lernen kannst. Bei uns ist trial schon gefährlich - error ist tödlich. Ich will gar nicht aufführen, wie viele Leute hier im Forum erst schrieben: Wir können keine 3er Kette - uns fehlt ein LIV. Wir müssen 4er Kette Spielen. Dann lässt FF 4er Kette spielen und es heißt plötzlich: Sieht der das denn nicht, da haben wir nicht den Kader dafür. Der muss 3er Kette spielen lassen. Und dann wieder zurück und hin und her. Hier muss einer wie FF stehen, der sagt: geht mir ab, was der Larilson im Forum schreibt. Ich seh doch die Spieler. Ich weiß, was taktisch für den Gegner das richtige ist. Der Trainer muss der Star dieser Mannschaft sein. So wie Otto. So wie FF. Das Geld in teure abgehalfterte BL-Profis würde ich komplett sparen (Sippel - sorry ich liebe dich, aber als SPIELER würde ich jetzt nicht das Gehalt von BMG mitgehen, gleiches gilt für Salami). Lieber das solide Gerüst mit Talenten ergänzen. Vielleicht einen LIV kaufen, und für den auch Geld in die Hand nehmen.
 
Ich hole diesen einsamen Thread mal hoch, weil die Bestellung von Markus Anfang etwas ganz deutlich macht - wir müssen uns auf Führungsebene GRUNDSÄTZLICH anders aufstellen.

Wie, da bin ich mir selbst nicht sicher. Aber ideal wäre aus meiner Sicht ein Vorstand aus 3 Personen, von denen einer klar die kaufmännische Verantwortung trägt und die anderen zwei gemeinsam die sportliche und personelle. Entscheidungen sollten nur im Gremium mit Mehrheit gefällt werden können. Die 3 sollten unabhängig voneinander vom Beirat installiert werden. Im Idealfall installiert jede Interessengruppe einen. Gewisse Probleme sehe ich durchaus bei der Frage der Trennung der Verantwortlichkeiten bei den 2 sportllich Verantwortlichen. Da kann ich aus der Hüfte keine vernünftigen Vorschläge machen.

Aber, und das wird mir klar und das war schon bei Stefan Kuntz ein Problem. Letztlich entscheidet bei uns immer nur eine Person. Der Beirat selbst kontrolliert. Aber die Entscheidungen in allen Bereichen sind immer die von einem. Und wenn die Situation die letzten Jahre eins gezeigt hat: Reibung war meistens gut! Das Durchentscheiden von einem war meistens schlecht. Die Entlassung von MA, die Entlassung von DS, die Verpflichtung von DG, die Verpflichtungen im Winter, das Ausbooten von FF, das Verpflichten von Anfang. Das sind alles Entscheidungen, die - absolut erkennbar - von der Fanbase (=den Geldgebern) nicht mitgetragen wurden. Das sind alles Entscheidungen, die man gemeinsam hätte diskutieren müssen. Das Durchregieren von TH wird zum Problem.

Man sollte vielleicht - ggf. bereits im Vorgriff auf sich abzeichnende Probleme - schauen, dass man zumindest einen starken Mann neben Hengen installiert, der ggf. als auch in dessen Nachfolge involviert sein könnte. Hajri kann das mMn nicht sein. Ggf. stünde das sogar FF bereit. Wie auch immer. Selbst wenn dieser Amoklauf der letzten Monate sportlich gut endet. So kann man es nicht machen. Wir setzen hier als Verein alles auf Rot. Wenn Schwarz oder 0 kommen: Zonk. Das ist zu brutal. Das ist zu einseitig. Das ist zu kurzsichtig. Hengen hat sich selbst in einer Weise demontiert, die ich kaum nachvollziehen kann. Die Beschädigung ist so stark, dass fast nur ein Aufstieg ihm das Gesicht retten könnte. Aber, und daher auch dieser Post: es sollte nicht heißen: der König ist tot, es lebe der König. Die Struktur sollte grundsätzlich anders geordnet werden.
 
Seh ich ähnlich. Inhaltlich alles richtig, einziges Problem das ich sehe... die 2 Personen im sportlichen Bereich können dann in einer 3er Konstellation quasi immer machen was sie wollen. Solange sie sich einig sind, haben sie immer eine Mehrheit. Deswegen kann das so nicht laufen. Der sportliche und geschäftliche Bereich müssen dann irgendwie gleichgewichtet werden.
 
Ist ja nicht so, als hätte es beim FCK nur Alleinherrscher gegeben. Zwischen Kuntz und Hengen hatten wir ja schon mal ein ähnliches Modell.

Ich weiß, hat irgendwie keiner mehr Lust, sich dran zu erinnern.
Es gab Bader, Klatt und Voigt. Der Erstgenannte fürs Sportliche zuständig, die anderen beiden fürs Kaufmännische. Aber alle drei gleichberechtigt.

Unter Bader arbeitete noch Notzon als Sportdirektor. (Korrigiert mich, wenn ich etwas durcheinander bringe)

Lief halt auch nur eher mal schlecht.


Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, wenn einer allein die Strippen zieht. Wichtig wäre einfach nur ein kompetentes Kontrollorgan - vor allem auch im sportlichen Bereich.
 
Mir persönlich fehlt immer noch die Aufarbeitung was im Oktober vorgefallen ist. Der Schuster Rauswurf (meiner Meinung der größte Fehler) und dann das Chaos bis zur Winterpause. Das Mannschaftsgefüge wurde total zerstört. Wie man auf Grammozis als Trainer kam, ist mir heute noch ein Rätsel.

Und jetzt Anfang. Sollte Anfang scheitern, ist die Personalie Hengen nicht mehr zu halten. Man stelle sich vor was los gewesen wäre nach dem Antwerpen Rausschmiss und Schuster die Relegation nicht geschafft hätte.
 
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