Zuerst einmal mein Beileid an alle Verwandten, Freunde und Angehörigen der Opfer.
Zum nächsten, dieser Post spiegelt meine Meinung wieder und enthält einige Thesen, die man auf der Suche nach dem Warum beantworten muss. Die Nachfolgenden Worte sind meine Theorie zu den abläufen des Masakers von Wingenden:
Ich würde her gerne auf den Post von Klingenstädter eingehen und diesen Gedankengang ein wenig vertiefen, denn einige Anhaltspunkte deuten meiner Meinung nach darauf hin, dass der Täter zuerst Opfer war und von diesem Punkt aus, werde ich dann fortfahren.
In sämtlichen Medien wird der Amokschütze als zurückgezogen bezeichnet, als Einzelgänger. Mich würde es nicht wundern, wenn er vor Jahren ein aufgeweckter Junge war. Denn bei vielen Mobbingopfern ist es so, dass sie sich meisten zurückziehen, da sie damit anfangen niemanden mehr richtig zu Vertrauen. Ab der 6.Klasse geht es dann los, dass Klamotten, Musik, Soziales Umfeld etc. eine Entscheidende Rolle in der Auffassung der Jugendlichen spielen und sie dementsprechend auch über andere Urteilen.
Ich schätze für die anderen war er ein Snob, ein mit Geld zugeschüttestes Kind. Am Anfang sind es die Klassenkameraden die einen Mobben, später die älteren Mitschüler und noch später sind es die Schüler, zwei Jahrgänge tiefer, die weil sie in Überzahl sind auch auf den späteren Amokschützen verbal bzw. non-verbal eindreschen. Manchmal können Kinder die Hölle auf Erden sein.
Die Mobberei geht über Jahre hinweg, der Täter ist nicht in der Lage diese Angriffe zu verarbeiten, in der ersten Zeit ärgert es ihn, in der nächsten Zeit ist es ihm egal, aber irgendwann wird es zu viel. Es geht an die Psyche. Das Selbstvertrauen geht verloren. Aber noch viel wichtiger, das Selbstwertgefühl.
[Meiner Meinung nach, ist das Selbstwertgefühl der wohl Entscheidendste Punkt für die späteren Taten]
Dadurch, dass das Selbstwertgefühl verloren geht, verliert er mit der Zeit die Wertschätzung an seinem eigenen Leben und damit auch am Leben anderer. Für ihn wird aus jedem Mensch ein Potentieller Mobber, der ihn verletzen will.
Er beginnt sich von seiner Außenwelt abzukapseln, ein Einzelgänger zu werden. Das Mobbing hat weiterhin bestand. Er fängt an sich vorzustellen, wie es wäre, wenn von diesen Leuten keiner mehr existieren würde.
Ich schätze er hätte den Amoklauf schon früher "durchgezogen", jedoch hatte er zu allererst noch Angst davor, zweitens wird er zu dem Zeitpunkt kurz vor dem Schulabschluss gestanden haben und darauf gehofft haben, die meisten seiner Peiniger nie wieder sehen zu müssen, was sich wenn meine Theorie stimmt nicht bewahrheitet hat. Zudem ging das "Bonzenbashing" weiter.
[ich schätze den Eltern, wirft er keine Schuld vor, sonst hätte er sie auch getötet]
Er fängt an zu planen was dagegen zu tun und erinnert sich an Erfurt, an Columbine. Diese Lösung setzt sich in seinen Kopf fest und er fängt an zu planen. Mich würde es nicht wundern, wenn er eine "Kill-Bill" erstellt hat, in der er vorallem die ein paar Absätze vorher angesprochenen jüngeren Mobber ganz oben aufgeführt sind. Würde mich nicht wundern, diese unter den Todesopfern zu finden. Während er diese erschoss, schoss er auch auf alles andere was sich bewegte (potenzielle Mobber).
Bei dem weiterfahren in den 40km entfernten Ort kann ich mir zwei Dinge vorstellen: Eine besonders schreckliche Erinnerung, oder eine besonders gute, vielleicht auch ein insgeheimer Wunsch...keine Ahnung oder der ehemalige Realschüler hat sich in einen Blutrausch geschossen. Was dagegen spricht wäre allerdings die Tatsache das er das Entführungsopfer am Leben lies.
Ich denke, dass es wie bei allen anderen Amokläufen ist. Der Täter wollte Rache nehmen. Zudem wird die wohl größte Macht "ausgekostet" die es gibt: Die über Leben und Tod!
Ich denke, dass keiner der überlebenden Schüler zugeben wird(wenn es so ist!) den späteren Täter gemobbt zu haben. Denn man würde sich selbst Schuldig sprechen. Die meisten werden wohl ein schlechtes Gewissen haben, jemanden in eine solch Blutrünstige Tat getrieben zu haben. Denn jeder der Mitgemobbt hat, hat ein klein wenig den Abzug betätigt.
Jugendliche gerade in dem Alter sind sehr Labil (bin selbst nur 2 Jahre älter als der Täter) und haben total absurde und kranke Gedankengänge. Hin und wieder werden diese umgesetzt. Wöchentliche Alkoholexzesse, Drogen sind wohl die "Harmloseren" Varianten...Selbstmord und eben solche Massaker gehören wohl oder übel auch zu diesen Gedankengängen die umgesetzt werden...
Dieses soll auch keine Rechtfertigung für so eine Tat sein, sondern ein eventueller Erklärungsansatz für die Frage: Warum?
Zudem konnte ich gestern mit einem Kripobeamten sprechen, der meinen Gedankengang genauso wie ich ihn hier geschrieben habe teilt. Von ihm habe ich mir auch die weitere Vorgehensweise der Polizei erklären lassen.
Nunja...ich hoffe das war nicht zu viel und ist auch nicht zu absurd...
Mein Beileid nocheinmal allen Opfern.
Edit: Sehe gerade das erste mal ein Bild von dem Täter und lese gerade, dass fast nur Frauen unter den Opfern waren. Kann mir durchaus vorstellen, dass er von einer Girliebande gemobbt wird, gepaart mit den oben aufgeführten Gründen