Ich bin Mitglied im Förderverein Städtefreundschaft Solingen-Jinotega e.V. und war 2004 für einen Monat in Nicaragua. (
www.solingen-jinotega.de;
www.santos-alvarez.de)
Wirtschaftlich gibts da immer noch Krieg.
Die Amerikaner sind nämlich so liebenswert, dass sie landwirtschaftliche Erzeugnisse aus ihrer Überschussproduktion in den armen Dörfern verschenken.
Jetzt rate mal, wovon viele diese Dörfer leben - von der Landwirtschaft.
Die Nachfrage sinkt, sie müssen ihre Produkte billiger anbieten, steigende Armut, und so weiter und so fort.
In den 70ern gab es eine Revolution, der Diktator Somoza (
http://de.wikipedia.org/wiki/Anastasio_Somoza_Debaylehttp://de.wikipedia.org/wiki/Anastasio_Somoza_Debayle) wurde von den Sandinisten (benannt nach Sandino
http://de.wikipedia.org/wiki/Sandinohttp://de.wikipedia.org/wiki/Sandino) gestürzt.
Die Sandinisten gründeten eine politische Partei (FSLN - Frente Sandinista de liberación naciónal=sandinistische nationale Befreiungsfront -
http://de.wikipedia.org/wiki/FSLNhttp://de.wikipedia.org/wiki/FSLN), führten demokratische Wahlen ein (sie waren Sozialisten und sind bis 1990 immer wiedergewählt worden), erschufen ein Gesundheitssystem mit freier Heilfürsorge für alle und führten erfolgreiche Alphabetisierungskampagnen durch.
Die FSLN war sozialistisch und Nicaragua liegt in Mittelamerika. Das konnten die USA sich nicht gefallen lassen.
CIA und Spezialeinheiten bildeten in den USA, Honduras und in Nicaragua oppositionelle Nicaraguaner (vor allem Anhänger des gestürzten Diktators) aus und versorgten sie mit Waffen. Diese Kämpfer nannte man "Contras" (
http://de.wikipedia.org/wiki/Contrashttp://de.wikipedia.org/wiki/Contras).
Für mich ist das Krieg, angezettelt und unterstützt durch die USA.
Es kam übrigens zu einem innenpolitischen Skandal, als herauskam, dass die Amerikaner die Contras durch Waffenverkäufe an den Iran finanziert hatten.
Die Contras gibt es noch heute, sie bilden Dorfgemeinschaften und versuchen ein normales Leben zu führen, sind aber für die meisten anderen Einwohner Nicaraguas stigmatisiert.
Das Dorf in dem ich war (La Fundadora) ist ein halbes Jahr nach unserer Abreise von Contras angegriffen worden, die dort mit Sack und Pack (Familien, Tieren und allen anderen Habseligkeiten) einziehen wollten. Sie konnten zum Glück ohne Gewalt vertrieben werden.
Und da ich grad so schön in Fahrt und eh schon offtopic bin, hier noch eine Anekdote:
Vor einer Kneipe hat ein betrunkener Einheimischer meine Freunde und mich gefragt, woher wir denn kämen (wir wurden von Leuten, die uns nicht kannten für Amis gehalten und gemieden wie die Pest). Als er "Alemania" hörte, stand er stramm hob den rechten Arm und versicherte uns auch im nächsten Krieg gegen die USA den deutschen treu verbunden zu sein...
Wir haben uns bedankt und haben gemacht, dass wir wegkamen.