Im Preußen-Stadion entwickelte sich auf dem vom Dauerregen aufgeweichten Rasen eine temporeiche Partie ohne langes Abtasten. Nach einem Foul von Münsters Imad Rondic an Luca Sirch verwandelte FCK-Kapitän Marlon Ritter den fälligen Elfmeter souverän in die linke Ecke (9.). Die Gastgeber antworteten nur zwölf Minuten später: Nach einer flach ausgeführten Ecke landete der Ball vor den Füßen von Lautern-Leihgabe Jannis Heuer, der zum 1:1 einschoss (21.).
Die Gäste ließen sich davon nicht verunsichern. Lauterns Trainer Torsten Lieberknecht lobte, dass seine Mannschaft in der ersten Halbzeit vieles von dem umsetzte, was zuvor trainiert worden war – etwa schnelle Spielverlagerungen und präzise Flanken. In der 40. Minute bediente Norman Bassette nach einem Gegenstoß Ritter, der technisch stark zum 2:1 vollendete. Kurz vor der Pause krönte Bassette seine engagierte Leistung mit seinem ersten Tor im FCK-Trikot, als er eine Joly-Flanke per Kopf zum 3:1 verwandelte (45.+1).
„Es war eine große Erleichterung für mich“, sagte Bassette später, nachdem er in den vergangenen Wochen mehrfach unglücklich im Abschluss geblieben war. Lieberknecht ergänzte: „Wir haben ihm den Rücken gestärkt. Das Tor war sehr wichtig für Norman.“
Nach dem Seitenwechsel kontrollierte Kaiserslautern weitgehend das Spielgeschehen. Münster kam nur selten gefährlich in den Strafraum; einzig Oliver Batista Meier scheiterte in der 52. Minute im Eins-gegen-eins an FCK-Keeper Krahl. Der FCK verpasste seinerseits die Vorentscheidung, als Bassette (49.) und später der eingewechselte Redondo (90.+4) beste Chancen vergaben.
So wurde es in der Schlussphase noch einmal spannend: Erneut war es Heuer, der nach einer Kopfballablage von Rondic zum 2:3 traf (87.). Die Preußen warfen danach alles nach vorne, doch Lautern verteidigte entschlossen. Nach Redondos vergebener Großchance musste der FCK die letzten Minuten sogar in Unterzahl überstehen, weil Heuer Rasmussen rüde zu Boden gestoßen hatte (Verdacht auf Gehirnerschütterung).
„Hier zu bestehen, ist wirklich nicht einfach“, ordnete Lieberknecht den Sieg nüchtern ein. „Es war ein Spiel zweier Mannschaften, die unter schwierigen Bedingungen sehr ordentlichen Fußball gespielt haben.“ Sportdirektor Marcel Klos sprach von „Big Points“ und betonte: „Wir freuen uns heute, aber ab morgen geht die Vorbereitung auf Paderborn los.“
Münsters Trainer Alexander Ende hatte seine Startelf im Vergleich zum 0:0 in Düsseldorf auf fünf Positionen verändert, während bei den Lauterern Kim und Kunze in die Anfangsformation rückten. Trotz engagierter Leistung blieb den Preußen erneut nur die bittere Erkenntnis, dass es derzeit nicht für Punkte reicht. Mit 23 Zählern steht Münster knapp über der Abstiegszone.
Der 1. FC Kaiserslautern hingegen scheint rechtzeitig vor dem nächsten Heimspiel gegen den SC Paderborn wieder in Fahrt zu kommen – Abheben ist trotzdem nicht erlaubt
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