2. Bundesliga: Preußen Münster – 1. FC Kaiserslautern
2026 Feb. 19/ By / 0 comment

2. Bundesliga – 23. Spieltag – Sonntag, 22.02.2026 13:30

Durststrecke hält an: Die Adlerträger und das Warten auf den Sieg

Für den SC Preußen Münster bleibt die Situation in Liga zwei angespannt. 23 Punkte aus 22 Spielen bedeuten derzeit Rang 15 – punktgleich mit dem Tabellensechzehnten des 1. FC Magdeburg., der nur dank des minimal schlechteren Torverhältnisses (-1) einen Rang schlechter dasteht als die Westfalen. Der Abstand zu einem direkten Abstiegsplatz beträgt aus Sicht des SCP augenblicklich lediglich zwei Punkte – ein dünnes Polster, das insbesondere mit Blick auf die vergangenen Wochen u. Monate augenblicklich alles andere als beruhigend wirkt.

Bereits seit mehreren Wochen wartet die Mannschaft von Cheftrainer Alexander Ende (46) mittlerweile auf einen Sieg. Der bislang letzte Erfolg liegt bereits einige Zeit zurück: Am 14. Spieltag, genauer gesagt am 30. November letzten Jahres setzte sich der SCP in der Partie auf der Bielefelder-Alm mit 2:1 gegen Arminia Bielefeld durch. Seitdem blieben die Preußen ohne weiteren Dreier. Stattdessen stehen im Anschluss fünf Unentschieden und drei Niederlagen zu Buche. Zwischen dem 15. und 23. Spieltag stellt diese Ausbeute von fünf Zählern die schwächste der Liga da – mit einem Torverhältnis von 6:10 rangieren die Preußen in dieser Formtabelle sogar auf dem letzten Platz.

Auch der Re-Start ins neue Fußballjahr verlief für die Münsteraner alles andere als wunschgemäß. Zwei Niederlagen und drei Unentschieden bei einem Torverhältnis von 3:6 brachten die Mannschaft an der münsteranischen Aa nur unwesentlich voran. Am vergangenen Spieltag trennte man sich auswärts von den zuletzt unter F95-Trainer Markus Anfang (51) wiedererstarkten Fortunen aus Düsseldorf mit einem 0:0 – ein Achtungserfolg oder doch nur ein Beleg für den anhaltenden Status quo der Preußen, die mittlerweile seit über zweieinhalb Monaten auf ihren sechsten Saisonsieg warten?

Zahnlos im letzten Drittel: Münster kämpft um Effektivität

Doch woran krankt das Spiel der Preußen aktuell eigentlich? Ein Blick auf die Statistiken liefert nähere Aufschlüsse.

Die Ende-Elf zeigt sich in den Zweikämpfen derzeit besonders stark: Mit 2.527 gewonnenen Duellen ist das Team aktuell das zweikampfstärkste Team der gesamten 2. Liga. Auch in technischen und spielerischen Bereichen kann die Mannschaft überzeugen: Die Passquote liegt auf Platz 2 (85,8 %), der Ballbesitz auf Platz 5 (53 %) und die Laufdistanz ebenfalls auf Platz 5 (2.637 km).

Schwächen offenbaren sich hingegen in den physisch-intensiven Bereichen und vor allem in der Offensive. Bei Sprints rangiert das Team nur auf Platz 17 (2.936), bei intensiven Läufen auf Platz 13 (13.998). Noch deutlicher zeigen sich die Defizite im Angriffsspiel: Sowohl bei den Torschüssen (Platz 16 – 262) als auch bei den erzielten Toren (Platz 16 – 25) bewegt sich die Mannschaft klar im unteren Drittel der Liga.

Mit anderen Worten: Der SCP erzielt schlicht zu wenige Tore. 25 Treffer nach 22 Spieltagen reichen nicht aus, um sich in der Tabelle nach oben zu orientieren oder die Abstiegsränge deutlich hinter sich zu lassen. Nur Fortuna Düsseldorf (20 Tore) und Eintracht Braunschweig (ebenfalls 25 Tore) liegen auf ähnlichem Niveau. Im Vergleich dazu zeigen andere Teams, wie auch der kommende Gegner aus Kaiserslautern mit 36 Treffern, deutlich mehr Effektivität vor dem gegnerischen Tor.

Defensiv zeigt sich Münster dagegen solide: Mit 32 Gegentoren bewegt man sich auf Wettbewerbsniveau und liegt im direkten Vergleich mit den Lautrern nur knapp einen Gegentreffer schlechter. Problematisch bleibt aber der deutliche Unterschied in der Torausbeute: Gegenwärtig elf Treffer weniger als die Pfälzer verdeutlichen die augenblickliche Offensivschwäche und Harmlosigkeit der Münsteraner im letzten Spielfelddrittel.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die derzeitige Torflaute des SCP nur eine vorübergehende Formschwäche ist. Angesichts der bereits mehr als zehn Wochen andauernden Sieglos-Serie erscheint dies jedoch eher unwahrscheinlich. Vielmehr drängt sich die Diskussion auf, ob die Adlerträger mit der aktuellen Kaderstruktur im Offensivbereich ausreichend aufgestellt sind, um in den verbleibenden zwölf Rückrunden-Spieltagen wieder mehr Treffer erzielen zu können.

SCP-Offensive im Umbruch – Ende sucht Lösungen

Der aktuell erfolgreichste Torschütze bei den Preußen ist mit jeweils fünf Saisontreffern Etienne Amenyido (27) gemeinsam mit Oliver Batista-Meier (25). Besonders die Rolle des Deutsch-Brasilianers und gebürtigen Lautrers, der einst auch für U17 der Pfälzer spielte, verdeutlicht die derzeitige Misere auf Seiten des kommenden FCK-Gastgebers. Über die Hinrunde musste Batista-Meier aufgrund zahlreicher Verletzungen und fehlender personeller Alternativen immer wieder als zweite, nominelle Sturmspitze aushelfen – obwohl er sich als klassischer Spielmacher oder Zehner hinter der vorderen Angriffsreihe deutlich wohler fühlt. Diese Rolle
gibt das von Ende praktizierte 4-4-2-Rautensystem auch eindeutig her bzw. ist sogar ganz entscheidend darauf zugeschnitten.

Auch heute noch haben die Preußen mit mehreren Ausfällen zu kämpfen – besonders schmerzhaft sind dabei die zeitgleichen Ausfälle mehrerer Offensivspieler: Der erfahrene Joshua Mees (29) aus dem offensiven Mittelfeld fehlt bereits seit mehreren Wochen mit Muskelproblemen, Mittelstürmer Oscar Vilhelmsson (22) fällt ebenfalls seit Anfang Dezember aufgrund von muskulären Problemen auf unbestimmte Zeit aus und Angreifer und „falsche Neun“ Malik Batmaz (25), in der Aufstiegssaison 2023/2024 der Preußen mit 17 Toren und 3 Vorlagen noch der erfolgreichste Topscorer des SCP, erholt sich augenblicklich von seinem zweiten Kreuzbandriss innerhalb von anderthalb Jahren.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der verletzungsbedingte Ausfall von Mannschaftskapitän Jorrit Hendrix (31) am kommenden Spieltag. Der erfahrene Leader und Dauerbrenner der Münsteraner, der bis auf eine Gelbsperre am 11. Spieltag noch kein Saisonspiel verpasste, zog sich im zurückliegenden Auswärtsspiel in Düsseldorf eine Kapselverletzung im Knie zu. Zwar droht dem zweikampfstarken Niederländer kein langfristiger Ausfall, doch im Spiel gegen die Elf von FCK-Coach Lieberknecht muss Hendrix aus Vorsichtsgründen auf seinen Einsatz verzichten, wie die Preußen mittlerweile auch auf ihrer Homepage offiziell bekanntgaben.

Aufgrund dieser teils langfristigen und unklaren personellen Fragezeichen griffen die Westfalen auf dem Wintertransfermarkt zu. Für die Angriffsabteilung wurde unter anderem der Ex-Kölner Imad Rondic (27) für ein halbes Jahr ausgeliehen. Außerdem holte man den japanischen Mittelstürmer Shin Yamada (25) vom schottischen Erstligisten Celtic Glasgow und zog Eigengewächs Marvin Schulz (21) aus der zweiten Mannschaft in den Profikader hoch. Auch ein Spieler der Roten Teufel gehörte zu den Winterneuzugängen: Mit Tobias Raschl (25) fand der SCP die gewünschte Verstärkung für das zentrale Mittelfeld.

Der vielseitige und technisch-starke Achter gehörte am Betzenberg unter Lieberknecht zuletzt nicht mehr zum regelmäßig eingesetzten Personal und trifft nun bei den Adlerträgern mit Innenverteidiger Jannis Heuer (26) auf einen ehemaligen Weggefährten auf der Fußballpfalz, wo Raschl seit seinem Wechsel zur Saison 2023/2024 insgesamt 55 Pflichtspiele (3 Tore / 5 Vorlagen) für den 1. FCK bestreiten durfte. Im Gegensatz zum fest verpflichteten Raschl (ca. 200k Ablöse) ist Heuer zunächst nur aus K‘Lautern geliehen, konnte sich bei den Westfalen allerdings schnell zum Stammspieler etablieren (19 von 21 möglichen Einsätzen) und eine tragende Rolle im Abwehrverbund Münsteraner einnehmen.

Angriffslust trifft auf Umsetzungsprobleme – Noch…

Taktisch vertraut Chefcoach Ende, der in der abgelaufenen Saison noch den Drittligisten SC Verl betreute, auf ein 4-4-2-Rautensystem. Nach einem guten Start mit nur einer Niederlage aus vier Spielen hat sich sein Punkteschnitt inzwischen auf einen runden Wert von 1,0 PPS eingependelt. Dem 46-jährigen Fußballlehrer aus Grevenbroich attestieren seine Berufskollegen stets eine mutige, moderne und progressive Spielweise. Schon bei seiner vorherigen Station im rund 20 Kilometer östlich von Bielefeld gelegenen Verl (1,56 PPS) erarbeitete er sich Ende den Ruf eines energiegeladenen, offensiv ausgerichteten Trainers mit einer intelligenten und zukunftsorientierten Spielidee.

Dass seine neue Mannschaft Endes Konzept bislang noch nicht konsequent umsetzt, bleibt das dominierende Thema. Dass der neue spielerische Ansatz im Offensivbereich unter dem neuen Coach zu „bieder“ sei, lässt sich jedoch statistisch nicht belegen: In der 3. Liga stellte Ende mit dem SC am Ende der letzten Saison mit 62 erzielten Treffern die viertbeste Offensive der Liga.

Vor dem kommenden Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern dürfte daher in Münster erneut der Leitsatz „Den Bock umstoßen“ die Kabinentaktik bestimmen – wie auch schon in den Wochen zuvor.

Zwischen Angst und Erleichterung: FCK erzittert sich drei Punkte gegen die SpVgg

Die sportliche Lage bei den Roten Teufeln hat sich im direkten Vergleich zu den kommenden Gastgebern aus Westfalen zumindest aus Ergebnissicht wieder etwas normalisiert. Nach dem debakulösen 0:4 gegen den SV Darmstadt am 21. Spieltag, gelang dem 1. FCK am vergangenen Samstagnachmittag ein knapper 1:0-Heimerfolg gegen den Tabellenletzten der SpVgg Greuther Fürth.

Ein spielerischer Leckerbissen war die Partie im heimischen Fritz-Walter-Stadion allerdings nicht – vielmehr glich das Spiel einem hart umkämpften Arbeitssieg der z.T. zäher ausfiel als der Kaugummi den man damals während der Schulzeit vor den sechswöchigen Sommerferien unter den Tisch geklebt hatte und der einen knapp eineinhalb Monate später wieder freudig dort begrüßen sollte. Einer der wenigen Lichtblicke am vergangenen Samstag war Mittelfeldspieler Semih Şahin (26), der nach einer abgewehrten Ecke aus rund 16 Metern mit einer Kopfball-Bogenlampe zum goldenen Tor des Tages traf (10.) und ansonsten ebenfalls einer der auffälligsten Akteure auf Seiten der Hausherren darstellte.

Offiziell strömten am vergangenen Spieltag 41.145 Zuschauer auf den Betzenberg – so viele bzw. so wenige wie noch nie in der laufenden Spielzeit. Neben der aktuellen Grippewelle dürften auch der Valentinstag, die Faschingszeit und Temperaturen rund um den Gefrierpunkt einige Fans aus dem Fritz-Walter-Stadion ferngehalten haben. Die Stimmung die sich während der neunzig Spielminuten auf den Rängen entwickelte, spiegelte jedoch auch das dürftige Geschehen auf dem Platz wider: Viel Krampf und Kampf, aber wenig Esprit. Nach dem Schlusspfiff mischten sich bei den wenig verbliebenen Zuschauern hörbare Pfiffe unter den überwiegenden Applaus für die mühsam erkämpften drei Punkte ihrer Mannen.

FCK-Kapitän Marlon Ritter (31) äußerte nach der Partie selbstkritisch und sagte u.a., dass die Mannschaft wisse, kein gutes Spiel gezeigt zu haben. Auch sein im Spielverlauf eingewechselter Kollege Kenny Prince Redondo (31) stimmte seinem Kapitän zu und betonte, dass die drei Punkte das Wichtigste seien. Mit dieser Einschätzung lagen die beiden FCK-Urgesteine natürlich nicht falsch.

Im Spiel selbst wirkte das Team von FCK-Coach Lieberknecht über weite Strecken hingegen stark verunsichert. Exemplarisch dafür stand Winterneuzugang Atanas Chernev (23), der als nomineller Startspieler in der Innenverteidigung der Pfälzer bereits in der Anfangsphase mehrere gravierende Fehler im Aufbauspiel machte, sich in der 18. Minute die früheste gelbe Karte aller 22 Akteure auf dem Feld abholte und keine zehn Minuten später für den glücklicherweise wieder genesenen Ji-soo Kim (21) ausgewechselt werden musste.

Auch FCK-Angreifer Norman Bassette (21) hatte wenig Glück: Als „Ein-Mann-Sturm“ im 3-4-2-1-System seines Trainers bemühte er sich redlich und ackerte als zentrale Sturmspitze für zwei, ließ aber gleich zwei bis drei hochkarätige Torchancen ungenutzt, in der er den gegnerischen Torhüter eigentlich nur noch hätte fragen müssen, in welche Ecke er den Ball hätte haben wollen. Das positive daran: Das belgische Sturmtalent steckte bis zu seiner Auswechslung in der 66. Spielminute nicht auf und erarbeitete sich immer wieder gute Einschussmöglichkeiten, allerdings ohne das letzte Quäntchen Fortune – Die Hoffnung bei Bassette und den Fans aus der Fußballpfalz bleibt gleichzeitig weiterhin bestehen, dass sein erster Treffer für die Roten Teufel nur eine Frage der Zeit ist.

Davon abgesehen blieb das Gesamtbild auch nach Abpfiff der 90 Minuten unverändert: Die Betzebuwe wirkten am vergangenen Samstagnachmittag stark verunsichert und gehemmt – fast schon ängstlich. FCK-Kapitän Ritter fasste nach dem Spiel vor den TV-Kameras und Mikros u.a. auch noch zusammen, dass in der ein oder anderen Spielsituation die „Angst die Seele aufgefressen habe“ und der Druck auf die Betzebuwe nach der 0:4-Pleite am Böllenfalltor für den ein oder anderen wohl doch etwas zu groß gewesen sei.

Doch Druck gehört in diesem Geschäft dazu – und das galt wohl ebenso für die fränkischen Gäste vom Ronhof. Mit ihrer nahezu aussichtslosen Tabellenlage auf Rang 18, als Schießbude der Liga mit mittlerweile 53 Gegentoren nach 22 Spieltagen, und der wenig ermutigenden Perspektive, nach fast 30 Jahren durchgängiger Zugehörigkeit in den beiden höchsten deutschen Profiligen nun wohl zum Ende der Saison den unausweichlichen Gang in die 3. Liga antreten zu müssen, ist die Situation der SpVgg ungleich prekärer. Vor diesem Hintergrund wirken die Worte des FCK-Kapitäns, dessen Team mit 34 Punkten im gesicherten Mittelfeld rangiert, beinahe wie blanker Hohn.

Fraglich bleibt indes auch weiterhin, warum die SpVgg eines ihrer „besten Auswärtsspiele der Saison“ (O-Ton Fürth-Trainer Heiko Vogel) absolvieren durfte und gegen eine krallenlose Elf der Roten Teufel über weite Strecken einen ansehnlichen, mutigen Kombinationsfußball aufziehen konnte – nach dem sich in der Pfalz nach einem Jahr „Heroball“ unter Torsten Lieberknecht wohl so mancher die berühmten Finger lecken würde. Einzig und allein in der miserablen Chancenauswertung standen Hrgota, Futkeu u. Co. den Hausherren an diesem Tag in nichts nach – was die Partie trotz der drei Punkte für den FCK sportlich weiterhin äußerst fragwürdig erscheinen lässt.

Kunze und Kim zurück – Gyamfi und Berisha mit Ausfällen

Aus personeller Sicht kann FCK-Coach Lieberknecht beim kommenden Spiel gegen die Adlerträger wieder auf seinen nominellen Sechser Fabian Kunze (27) zurückgreifen, der die Partie gegen die SpVgg gelbgesperrt verpasst hatte. Ebenfalls zurück ist wie schon erwähnt Brentford-Leihgabe Ji-soo Kim (21), der am vergangenen Samstag für den völlig indisponierten Chernev eingewechselt wurde und mit seinem starken Comeback in einer nach wie vor nicht sattelfesten Abwehr der Lautrer maßgeblich dazu beitrug, dass die drei Punkte am heimischen Betzenberg behalten werden konnten.

Keine Option für das anstehende Spiel im Münsterland ist der langzeitverletzte Ivan Prtajin (29, Riss der Achillessehne) sowie auch sein erst jüngst verpflichteter Ersatz aus der Winterpause Mërgim Berisha (27), der sich Angaben seines Trainers nach keine zwei Wochen nach seiner Verpflichtung einen Muskelfaserriss zuzog und den roten Teufeln „etwas länger“ fehlen wird. Ebenfalls keine Einsatzmöglichkeit besteht für Innenverteidiger Maxwell Gyamfi (26) der sich im Abschlusstraining vor dem letzten Spieltag gegen die fränkischen Gäste aus Fürth ebenfalls einen Muskelfaserriss zuzog.

Erfreulich ist hingegen, dass Mahir Emreli (28) kurz vor dem Abschlusstraining vor der Partie gegen die SpVgg auf ein bis zwei veröffentlichten Trainingsfotos wieder gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen zu sehen war. Laut Aussage seines Trainers befindet sich der 28-jährige Angreifer nach seiner mehrmonatigen Adduktorenverletzung weiterhin auf einem „guten Weg“.

Zu hoffen bleibt, dass Emreli diese Fortschritte stabilisieren kann und im weiteren Rekonvaleszenzprozess keine erneuten Rückschläge erleidet. Für einen Einsatz im Spiel im Münsterland dürfte es für den erfahrenen Offensivspieler jedoch aller Voraussicht nach noch ein bis zwei Wochen zu früh sein.

FCK im Traditionsduell gegen Preußen Münster

Bei der bisherigen Bilanz der Aufeinandertreffen beider Clubs darf nicht vergessen werden, dass sich die Münsteraner aktuell erst im zweiten Zweitligajahr in Folge befinden. Während die Preußen ihre erste Saison im Fußball-Unterhaus als Tabellenfünfzehnter knapp über der roten Zone abschlossen, rangiert man auch jetzt unter Neutrainer Ende auf dem gleichen Rang im gegenwärtigen Tableau nach den bisherigen 22. Spieltagen.

Die direkten Duelle mit den Fußballpfälzern reichen teils bis in die Drittligasaisons 2018/19 und 2019/20 sowie sogar bis in die Bundesliga-Spielzeit 1963/64 zurück. Denn wie der 1. FC Kaiserslautern zählten auch die Preußen zu den 16 Gründungsmitgliedern der Bundesliga und blicken damit auf eine ähnlich lange, wenn auch weniger erfolgreiche Historie zurück. Der größte sportliche Erfolg der Münsteraner datiert aus dem Jahr 1951: Als deutscher Vizemeister erreichten sie das Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft – und mussten sich dort ausgerechnet dem 1. FC Kaiserslautern mit 1:2 geschlagen geben.

Drei der bislang fünf jüngeren Duelle mit den Roten Teufeln entschieden die Preußen für sich (Torverhältnis 6:3). Lediglich in der vergangenen Saison gelang den Männern in Rot ein Auswärtssieg im beschaulichen Münsterland: Ex-FCK-Stürmer Ragnar Ache (27) verwertete in der 86. Minute eine Ecke des mittlerweile in den Fußballruhestand verabschiedeten Philipp Klement (33) zum entscheidenden 1:0 aus Sicht der Betzebuwe.

Ob dem Traditionsverein aus der Pfalz am kommenden Sonntag im Preußenstadion ein ähnlicher Coup gelingt, erscheint jedoch fraglich. Zum einen steht Ragnar Ache mittlerweile als Mittelstürmer beim 1. FC Köln in der Bundesliga unter Vertrag, zum anderen warten die Pfälzer seit über 100 Eckbällen – exakt 106 – auf ein eigenes Tor nach einer Standardsituation bzw. einer Ecke. Der letzte direkte Treffer nach einem ruhenden Ball von der Eckfahne gelang Innenverteidiger Ji-soo Kim in der ersten DFB-Pokalrunde gegen den RSV Eintracht 1949 im August vergangenen Jahres, als er beim zwischenzeitlichen Treffer zum 3:0 (7:0) nach einer Ecke von Ritter zur Stelle war (24.)

Verrückt, dabei galten Standardsituationen vor gar nicht allzu langer Zeit noch als absoluter Faustpfand am Betzenberg, vor dem sich die restliche Ligakonkurrenz stets in Acht nehmen musste. Vielleicht bietet der kommende Sonntag die Gelegenheit, alten Betze-Traditionen wieder neues fußballerisches Leben einzuhauchen und den Kreis im beschaulichen Münsterland zu schließen.

So könnten sie spielen:

SC Preußen Münster: Schenk – Heuer, Jaeckel, ter Horst, Kirkeskov (C) (Meyerhöfer), – Benger, Schulz (Raschl), Preissinger, Sertdemir (Amenyido), – Batista-Meier, Rondic

1. FC Kaiserslautern: Krahl – Rasmussen, Kim, Sirch, – Joly, Haas, Kunze, Sahin, Skyttä, Ritter (C), – Bassette

Sperren / Ausfälle:

SC Preußen Münster: Antonio Tikvic (IV – Kreuzbandriss), Simon Scherder (IV – Kreuzbandriss), Malik Batmaz (MS – Riss des vorderen Kreuzbandes), Lars Lokotsch (MS – Muskelbündelriss), Luca Bolay (LV – Reha-/Aufbautraining nach Fersenproblemen), Joshua Mees (OM – Reha-/Aufbautraining nach Muskelproblemen), Oscar Vilhelmsson (MS – Trainingsrückstand nach muskulären Problemen), Jorrit Hendrix (LM – Kapselverletzung)

1. FC Kaiserslautern: Maxwell Gyamfi (IV, Muskelfaserriss), Ivan Prtajin (MS – Achillessehnenriss), Mërgim Berisha (MS, Muskelfaserriss), Mahir Emreli (MS – Reha-/Aufbautraining nach Teilabriss der Adduktorensehne)

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