Onkel_Helmut
Well-Known Member
@ Onkel
Mich juckt es in den Fingern, zu deinem Beitrag etwas zu schreiben und die ideologischen Unterschiede herauszustellen. Würde aber hier wohl dann doch zu weit führen, oder?
Ist aber auf jeden Fall sehr hilfreich, hier zwei fundierte Beiträge aus eher pro-kapitalistischer Sicht (ich mache bei dir ein interessantes Gemisch aus klassisch liberalen und neoliberalen Positionierungen aus) und eher anti-kapitalistischer Sicht (jedenfalls ist mir der Marxismus von den drei IB-Großtheorien am nächsten) hintereinander zu haben, die zum Threadthema eine ähnliche Auffassung haben. Ich denke, dass diese beiden Beiträge nahe an zwei von vier hier relevanten Extrempole herankommen (es fehlen rechtsextremer Anti-Kapitalismus und "reiner" finanzkapitalistischer Neoliberalismus) und somit gut zur Orientierung dienen können.
"Ideologie" gefällt mir in diesem Zusammenhang ehrlich gesagt gar nicht so sehr. Mir ist zwar bewusst, dass mein Standpunkt prinzipiell zuordnungsfähig ist, dennoch bestehe ich lieber auf meiner eigenen Vernunft und meinem gesunden Menschenverstand als Ursprung meiner Gedanken. Ideologien nachzulaufen ist mir zu einfach, das würde mich vom Denken befreien
Nennen wir's lieber "Überzeugung". Ja, ich bin davon überzeugt, dass der Staat nicht die Eigenverantwortung der Menschen ersetzen darf. Der überbordende Sozialstaat hat die Menschen in den letzten 3-4 Jahrzehnten ihrer Mündigkeit und Eigenverantwortung bei uns weitgehend beraubt, weil sie - menschlich verständlich - bei den Wahlen die einfache Lösung gewählt und damit nicht nachhaltig gehandelt haben. Das kommt jetzt aber halt wie ein Boomerang zurück und die Leute müssen wieder lernen, ihr Leben etwas mehr selbst in die Hand zu nehmen.
Für diejenigen, die das nicht können, weil sie dazu nicht in der Lage sind, ist der Staat weiterhin da und garantiert ihnen ja auch einer Existenz, in der die materiellen Grundbedürfnisse auf jeden Fall gewährleistet sind. Das ist ja auch der Sinn einer Solidargemeinschaft, das denjenigen geholfen wird, die sich nicht selbst helfen können.
Ansonsten bin ich bei politischen Entscheidungen sowieso jemand, der, soweit möglich, wertfreie und rein vernunftgebundene Entscheidungen befürwortet. Deswegen ist mir Parteipolitik mittlerweile auch eher ein Graus, weil bei uns außer Stimmenfang kaum noch etwas konstruktives passiert. Denn auch die Parteien haben sich in diesem Geben und Nehmen ja gemütlich eingerichtet in den letzten 30 Jahren. Aber das führt jetzt wirklich zu weit.
Zurück zu Griechenland!