Dr.BETZE
Well-Known Member
Sie heißen Proben-King, Proben-Zauber oder auch Produkt-Club. Das Internet ist voll davon! Es geht um kostenlose Warenproben, Gutscheine und Gewinnspiele. Da wird das Blaue vom Himmel versprochen, und wer sich drauf einlässt, wird am Ende über den Tisch gezogen. Besonders dreist ist die Masche von Probino.
Die traf auch Winfried S. Nur so aus Interesse war sein Sohn kurz auf der Homepage von Probino gelandet, und damit begann die ganze Geschichte. Ein Schreiben der Firma "Pro Inkasso", - im Auftrag von Probino - kommt ins Haus. 160,- Euro werden verlangt, obwohl die Familie weder eine Rechnung erhalten hat, noch überhaupt etwas bestellt.
Kein Name, keine Adresse - wie kann es dann zu einer Rechnung, geschweige denn einer Inkassoforderung kommen? Winfried S. widerspricht sofort, verweist darauf, dass er keinerlei Verpflichtung eingegangen ist. Für ihn ist die Sache erledigt. Doch Pro Inkasso lässt nicht locker!
Mit den Argumenten des Verbrauchers hält man sich nicht lange auf und droht mit der Staatsanwaltschaft, Betrug und Missbrauch werden unterstellt. Und Winfried S. muss erstaunt feststellen, dass die Firma offenbar über eine Vielzahl von persönlichen Daten verfügt, von Handynummer bis hin zum Geburtsdatum.
Brief vom Anwalt
Angst und Verunsicherung machen sich bei der Familie breit. Die Firma lässt nicht locker und will das Geld. Denn nur darum geht es: Abkassieren mit der Angst und der Unkenntnis der Leute. Und das nicht nur in diesem Fall: In den Verbraucher-Foren häufen sich die Beschwerden über unerklärliche Zahlungsforderungen durch die Firma Pro Inkasso. Offensichtlich steckt System dahinter, und der Druck wird noch erhöht. Winfried S. unternimmt zunächst nichts mehr, bis er einige Wochen später einen Brief von einem Rechtsanwalt aus Osnabrück erhält. Der gibt an, die Forderung von Probino oder einer Firma NewAdMedia einzuziehen, wie sich Winfried S. erinnert - zusätzlich zu seiner Gebühr. Außerdem droht er mit einem Gerichtsverfahren. Dem Verbraucher reicht es, er geht zur Polizei und erstattet Anzeige.
Geschäfte machen mit Verunsicherung
Die Masche liegt auf der Hand. Probino verschickt tausendfach falsche Rechnungen, droht mit Inkassobüro oder sogar Rechtsanwalt, und wenn nur die Hälfte der Empfänger aus Angst oder Unsicherheit die verlangten Beträge bezahlt, haben die Hintermänner von Probino und Co. schon einen Riesen-Gewinn gemacht.
INFOMARKT-Reporter Axel Sonneborn begibt sich nach Hochheim im Main-Taunus-Kreis, zur Adresse von Probino: Ein eher unscheinbarer Hinterhof mit Lagerhalle und immerhin einer Art Firmen-Schild. Neben den Namen Probino und NewAdMedia gibt es dort auch diverse Gewinnspielfirmen. Die Tür wird dem Reporter aber vor der Nase zugeschlagen. Zeit, bei der Polizei nachzufragen. Dort ist Probino wegen der zahlreichen Anzeigen schon länger bekannt. Man weiß Bescheid, verweist aber gleich an die zuständige Staatsanwaltschaft in Wiesbaden.
Und die geht davon aus, dass eine Firma NewAdMedia, die von zwei Personen im Umfeld betrieben wird, eingestellt wurde. Gegen diese beiden, der Vater als Verantwortlicher der Firma und der Sohn als so genannter Product Manager, werde ermittelt. Wie die Masche genau funktioniert hat, muss sich noch herausstellen. Die Betroffenen haben die Internetseite besucht, dort aber nichts ausgefüllt, weil sie merkten, es wird Geld verlangt. Trotzdem kam es zur Zahlungsaufforderung. Es muss also geprüft werden, wie Verbraucherdaten technisch erfasst wurden. Der Schlüssel dazu ist die so genannte IP-Adresse, die jedem Rechner im Internet zugewiesen wird. Darüber kann zumindest der Provider an die persönlichen Daten herankommen. Ob es dort Sicherheitslücken gibt oder die Daten gar weiterverkauft wurden? Die Staatsanwaltschaft jedenfalls hat bei allen möglichen Beteiligten die Geschäftsräume durchsucht.
Tausende haben gezahlt
1.300 Anzeigen liegen mittlerweile vor, von Menschen, die im Wesentlichen nicht geschädigt wurden. Die Staatsanwaltschaft weiß aber von mehreren Tausenden, die offensichtlich gezahlt haben. Man geht von einem Schaden von derzeit 300.000,- Euro aus. In dieser Größenordnung wurden auch Konten beschlagnahmt. Ermittelt wird hauptsächlich wegen des Verdachts auf Betrug. Ob die Geschädigten jemals ihr Geld wiederbekommen, hängt von den nachfolgenden Gerichtsverfahren ab. Winfried S. hat gut daran getan, nicht zu bezahlen.
Der beste Schutz vor solchen Fällen ist, sich von entsprechenden Gewinnspiel- und Gratisprobenseiten fern zu halten. Und stehen unberechtigte Forderungen an: Nicht bange machen lassen, auf keinen Fall bezahlen, der Forderung widersprechen und im Zweifel Anzeige bei der Polizei erstatten.
www.swr.de
Die traf auch Winfried S. Nur so aus Interesse war sein Sohn kurz auf der Homepage von Probino gelandet, und damit begann die ganze Geschichte. Ein Schreiben der Firma "Pro Inkasso", - im Auftrag von Probino - kommt ins Haus. 160,- Euro werden verlangt, obwohl die Familie weder eine Rechnung erhalten hat, noch überhaupt etwas bestellt.
Kein Name, keine Adresse - wie kann es dann zu einer Rechnung, geschweige denn einer Inkassoforderung kommen? Winfried S. widerspricht sofort, verweist darauf, dass er keinerlei Verpflichtung eingegangen ist. Für ihn ist die Sache erledigt. Doch Pro Inkasso lässt nicht locker!
Mit den Argumenten des Verbrauchers hält man sich nicht lange auf und droht mit der Staatsanwaltschaft, Betrug und Missbrauch werden unterstellt. Und Winfried S. muss erstaunt feststellen, dass die Firma offenbar über eine Vielzahl von persönlichen Daten verfügt, von Handynummer bis hin zum Geburtsdatum.
Brief vom Anwalt
Angst und Verunsicherung machen sich bei der Familie breit. Die Firma lässt nicht locker und will das Geld. Denn nur darum geht es: Abkassieren mit der Angst und der Unkenntnis der Leute. Und das nicht nur in diesem Fall: In den Verbraucher-Foren häufen sich die Beschwerden über unerklärliche Zahlungsforderungen durch die Firma Pro Inkasso. Offensichtlich steckt System dahinter, und der Druck wird noch erhöht. Winfried S. unternimmt zunächst nichts mehr, bis er einige Wochen später einen Brief von einem Rechtsanwalt aus Osnabrück erhält. Der gibt an, die Forderung von Probino oder einer Firma NewAdMedia einzuziehen, wie sich Winfried S. erinnert - zusätzlich zu seiner Gebühr. Außerdem droht er mit einem Gerichtsverfahren. Dem Verbraucher reicht es, er geht zur Polizei und erstattet Anzeige.
Geschäfte machen mit Verunsicherung
Die Masche liegt auf der Hand. Probino verschickt tausendfach falsche Rechnungen, droht mit Inkassobüro oder sogar Rechtsanwalt, und wenn nur die Hälfte der Empfänger aus Angst oder Unsicherheit die verlangten Beträge bezahlt, haben die Hintermänner von Probino und Co. schon einen Riesen-Gewinn gemacht.
INFOMARKT-Reporter Axel Sonneborn begibt sich nach Hochheim im Main-Taunus-Kreis, zur Adresse von Probino: Ein eher unscheinbarer Hinterhof mit Lagerhalle und immerhin einer Art Firmen-Schild. Neben den Namen Probino und NewAdMedia gibt es dort auch diverse Gewinnspielfirmen. Die Tür wird dem Reporter aber vor der Nase zugeschlagen. Zeit, bei der Polizei nachzufragen. Dort ist Probino wegen der zahlreichen Anzeigen schon länger bekannt. Man weiß Bescheid, verweist aber gleich an die zuständige Staatsanwaltschaft in Wiesbaden.
Und die geht davon aus, dass eine Firma NewAdMedia, die von zwei Personen im Umfeld betrieben wird, eingestellt wurde. Gegen diese beiden, der Vater als Verantwortlicher der Firma und der Sohn als so genannter Product Manager, werde ermittelt. Wie die Masche genau funktioniert hat, muss sich noch herausstellen. Die Betroffenen haben die Internetseite besucht, dort aber nichts ausgefüllt, weil sie merkten, es wird Geld verlangt. Trotzdem kam es zur Zahlungsaufforderung. Es muss also geprüft werden, wie Verbraucherdaten technisch erfasst wurden. Der Schlüssel dazu ist die so genannte IP-Adresse, die jedem Rechner im Internet zugewiesen wird. Darüber kann zumindest der Provider an die persönlichen Daten herankommen. Ob es dort Sicherheitslücken gibt oder die Daten gar weiterverkauft wurden? Die Staatsanwaltschaft jedenfalls hat bei allen möglichen Beteiligten die Geschäftsräume durchsucht.
Tausende haben gezahlt
1.300 Anzeigen liegen mittlerweile vor, von Menschen, die im Wesentlichen nicht geschädigt wurden. Die Staatsanwaltschaft weiß aber von mehreren Tausenden, die offensichtlich gezahlt haben. Man geht von einem Schaden von derzeit 300.000,- Euro aus. In dieser Größenordnung wurden auch Konten beschlagnahmt. Ermittelt wird hauptsächlich wegen des Verdachts auf Betrug. Ob die Geschädigten jemals ihr Geld wiederbekommen, hängt von den nachfolgenden Gerichtsverfahren ab. Winfried S. hat gut daran getan, nicht zu bezahlen.
Der beste Schutz vor solchen Fällen ist, sich von entsprechenden Gewinnspiel- und Gratisprobenseiten fern zu halten. Und stehen unberechtigte Forderungen an: Nicht bange machen lassen, auf keinen Fall bezahlen, der Forderung widersprechen und im Zweifel Anzeige bei der Polizei erstatten.
www.swr.de