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Betrüger fälschten massenhaft Wochenend-Tickets
Eine internationale Betrügerbande soll der Deutschen Bahn schweren Schaden zugefügt haben. Einem Zeitungsbericht zufolge fälschten die Täter im großen Stil Schönes-Wochenende-Tickets und verkauften sie unter dem regulären Preis an arglose Bahnkunden.
Hamburg - Der Trick war einfach. Er basierte auf zwei Formularen, die bundesweit an jedem Automaten der Deutschen Bahn erhältlich sind: Reguläre Fahrscheine und einfache Fahrplanauskünfte stammen von derselben Papierrolle und haben jeweils einen holografischen, silbern schimmernden Sicherheitsstreifen. Der Unterschied: Das Ticket kostet seinen jeweiligen Preis - der Fahrplanausdruck aber ist kostenlos.
Die frappierende Ähnlichkeit der beiden Dokumente machte sich laut einem Zeitungsbericht der "Neuen Westfälischen" eine internationale Bande von Trickbetrügern zunutze: Die Täter ließen sich demnach massenhaft Streckenauskünfte ausdrucken, entfernten darauf die schwarze Schrift mit Haarspray - und erhielten so Blankoformulare. Dann kauften sie ein Wochenendticket und kopierten dieses auf das Blankopapier. Das Ergebnis ist laut "Neue Westfälische" von einem Original kaum zu unterscheiden. Die gefälschten Tickets sollen die Betrüger im großen Stil an Bahnhöfen unter dem offiziellen Preis an Reisende verkauft haben. Dabei gaben sie dem Bericht zufolge vor, die Fahrkarte selbst nicht nutzen zu können.
Mit diesem einfachen Trick hätten die Betrüger der Deutschen Bahn einen Schaden in Millionenhöhe zugefügt, schreibt das Blatt und beruft sich dabei auf einen Bielefelder Rechtsanwalt, der einen der mutmaßlichen Täter vertritt. Der Beschuldigte, ein 28-jähriger Aserbaidschaner aus Borken, sitzt seit 1. Dezember in Detmold in Haft und soll weitgehend geständig sein. Er steht laut seinem Anwalt unter massivem Druck seiner Hintermänner und fürchtet um sein Leben. Es bahne sich "ein Wirtschaftsstrafverfahren an, das bundesweit für Aufsehen sorgen wird", zitiert die Zeitung den Verteidiger des Mannes. Es handele sich bei der Bande um ein "System mit straff organisierter Hierarchie", die Täter stammten überwiegend aus Aserbaidschan und anderen GUS-Staaten.
Bundesweite Ermittlungen
Die Bundespolizeiinspektion Bielefeld wollte gegenüber SPIEGEL ONLINE dazu keinen Kommentar abgeben. Auch Gerüchte, wonach bereits mehrere weitere Verdächtige in Untersuchungshaft sitzen, mochte Polizeisprecher Holger Bauer nicht bestätigen. Laut Bundespolizei in Köln wird in dem Fall aber inzwischen bundesweit ermittelt - von Hamburg bis München.
Bahn-Sprecher Achim Stauß bestätigte gegenüber SPIEGEL ONLINE, dass Betrugsfälle registriert wurden und die Staatsanwaltschaft in dem Fall ermittelt. "Es gab schon früher Missbrauch des Schönes-Wochenende-Tickets", sagte er. "Aber das jetzt hat eine andere Qualität." Bislang sei die Bahn davon ausgegangen, dass der Missbrauch seit der Personalisierung des Wochenendtickets stark zurückgegangen sei. Von einem Millionenschaden zu sprechen hält der Bahn-Sprecher jedoch für ungerechtfertigt: "Das ist in dieser Höhe nicht vorstellbar."
Der Grund: Die Tickets sind jeweils nur ein Wochenende gültig und zudem relativ billig. Am Schalter kosten sie 35 Euro, am Automaten und im Internet 33 Euro. "Da braucht man eine Menge 'Kunden', die ja zudem noch weniger als den Regulärpreis zahlen sollen, um auf eine Million zu kommen", sagte Stauß. Wie hoch der Schaden liegen könnte, wollte er nicht beziffern. Die Bundespolizei sprach laut der Deutschen Presseagentur heute Nachmittag von 30.000 bis 40.000 Euro. Aber auch diese Summe kann nur eine vorläufige Schätzung sein.
Bahnsprecher Stauß kündigte gegenüber SPIEGEL ONLINE an, dass die Sicherheitslücke umgehend geschlossen werde. Konkret dürfte das heißen: Vor allem das Entfernen der Schrift auf den Ausdrucken wird erschwert.
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,459167,00.htmlhttp://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,459167,00.html
Eine internationale Betrügerbande soll der Deutschen Bahn schweren Schaden zugefügt haben. Einem Zeitungsbericht zufolge fälschten die Täter im großen Stil Schönes-Wochenende-Tickets und verkauften sie unter dem regulären Preis an arglose Bahnkunden.
Hamburg - Der Trick war einfach. Er basierte auf zwei Formularen, die bundesweit an jedem Automaten der Deutschen Bahn erhältlich sind: Reguläre Fahrscheine und einfache Fahrplanauskünfte stammen von derselben Papierrolle und haben jeweils einen holografischen, silbern schimmernden Sicherheitsstreifen. Der Unterschied: Das Ticket kostet seinen jeweiligen Preis - der Fahrplanausdruck aber ist kostenlos.
Die frappierende Ähnlichkeit der beiden Dokumente machte sich laut einem Zeitungsbericht der "Neuen Westfälischen" eine internationale Bande von Trickbetrügern zunutze: Die Täter ließen sich demnach massenhaft Streckenauskünfte ausdrucken, entfernten darauf die schwarze Schrift mit Haarspray - und erhielten so Blankoformulare. Dann kauften sie ein Wochenendticket und kopierten dieses auf das Blankopapier. Das Ergebnis ist laut "Neue Westfälische" von einem Original kaum zu unterscheiden. Die gefälschten Tickets sollen die Betrüger im großen Stil an Bahnhöfen unter dem offiziellen Preis an Reisende verkauft haben. Dabei gaben sie dem Bericht zufolge vor, die Fahrkarte selbst nicht nutzen zu können.
Mit diesem einfachen Trick hätten die Betrüger der Deutschen Bahn einen Schaden in Millionenhöhe zugefügt, schreibt das Blatt und beruft sich dabei auf einen Bielefelder Rechtsanwalt, der einen der mutmaßlichen Täter vertritt. Der Beschuldigte, ein 28-jähriger Aserbaidschaner aus Borken, sitzt seit 1. Dezember in Detmold in Haft und soll weitgehend geständig sein. Er steht laut seinem Anwalt unter massivem Druck seiner Hintermänner und fürchtet um sein Leben. Es bahne sich "ein Wirtschaftsstrafverfahren an, das bundesweit für Aufsehen sorgen wird", zitiert die Zeitung den Verteidiger des Mannes. Es handele sich bei der Bande um ein "System mit straff organisierter Hierarchie", die Täter stammten überwiegend aus Aserbaidschan und anderen GUS-Staaten.
Bundesweite Ermittlungen
Die Bundespolizeiinspektion Bielefeld wollte gegenüber SPIEGEL ONLINE dazu keinen Kommentar abgeben. Auch Gerüchte, wonach bereits mehrere weitere Verdächtige in Untersuchungshaft sitzen, mochte Polizeisprecher Holger Bauer nicht bestätigen. Laut Bundespolizei in Köln wird in dem Fall aber inzwischen bundesweit ermittelt - von Hamburg bis München.
Bahn-Sprecher Achim Stauß bestätigte gegenüber SPIEGEL ONLINE, dass Betrugsfälle registriert wurden und die Staatsanwaltschaft in dem Fall ermittelt. "Es gab schon früher Missbrauch des Schönes-Wochenende-Tickets", sagte er. "Aber das jetzt hat eine andere Qualität." Bislang sei die Bahn davon ausgegangen, dass der Missbrauch seit der Personalisierung des Wochenendtickets stark zurückgegangen sei. Von einem Millionenschaden zu sprechen hält der Bahn-Sprecher jedoch für ungerechtfertigt: "Das ist in dieser Höhe nicht vorstellbar."
Der Grund: Die Tickets sind jeweils nur ein Wochenende gültig und zudem relativ billig. Am Schalter kosten sie 35 Euro, am Automaten und im Internet 33 Euro. "Da braucht man eine Menge 'Kunden', die ja zudem noch weniger als den Regulärpreis zahlen sollen, um auf eine Million zu kommen", sagte Stauß. Wie hoch der Schaden liegen könnte, wollte er nicht beziffern. Die Bundespolizei sprach laut der Deutschen Presseagentur heute Nachmittag von 30.000 bis 40.000 Euro. Aber auch diese Summe kann nur eine vorläufige Schätzung sein.
Bahnsprecher Stauß kündigte gegenüber SPIEGEL ONLINE an, dass die Sicherheitslücke umgehend geschlossen werde. Konkret dürfte das heißen: Vor allem das Entfernen der Schrift auf den Ausdrucken wird erschwert.
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,459167,00.htmlhttp://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,459167,00.html