Klingenstädter
Well-Known Member
GLOBALISIERUNG
<span>Die Spur der Säge</span>
Von Hauke Goos
Jahrelang musste die Firma Stihl zusehen, wie Produktpiraten den Markt mit Kopien überschwemmten. Gegen chinesische Fälscher setzen die Schwaben nun chinesische Detektive ein - die Erste Welt wehrt sich gegen die Dritte.
Am Busbahnhof von Wenzhou, eine halbe Flugstunde südlich von Shanghai, steht ein Mann und starrt auf das Display einer Digitalkamera. Zwei Bilder sind auf der Kamera, es ist dasselbe Motiv. Sie zeigen den Tankdeckel einer Kettensäge, einmal geschlossen, einmal aufgeklappt. Der Mann hat seine Tasche unter den Arm geklemmt, er achtet nicht auf die schreienden Kinder neben sich, unruhig lässt er die Bilder hin- und herzappen: auf, zu, auf, zu.
Der Mann mit der Kamera ist 36 Jahre alt, verheiratet, Vater einer kleinen Tochter. Er wurde in Shanghai geboren, wie viele junge Chinesen hat er sich einen englischen Spitznamen zugelegt: Nick. Ob die Reise, die vor ihm liegt, zum Erfolg wird oder nicht, hängt wesentlich davon ab, ob er den richtigen Tankdeckel finden kann. Nick ist von auffallender Unauffälligkeit, grauer Pullover, dunkelblaue Hose, man könnte ihn für einen Vertreter halten oder für einen Rechtsanwalt auf dem Weg ins Büro.
Nick ist Detektiv. Die Kanzlei, mit der er zusammenarbeitet, vertritt ausländische Konzerne in China, fast immer gegen Produktpiraten. Große Firmen wie den Messerhersteller Zwilling oder den Porzellanfabrikanten Villeroy & Boch, und sehr große Firmen, die lieber ungenannt bleiben. Seit Chinas Wirtschaft um bis zu zehn Prozent im Jahr wächst, ist das Land zur Bedrohung geworden. Nick kämpft in seiner chinesischen Heimat für die Marke "Made in Germany".
Im Moment ruhen die Hoffnungen des deutschen Motorsägenherstellers Stihl auf ihm. Stihl ist Weltmarktführer für Kettensägen, die Firma liefert in alle Länder der Erde. Stihl-Sägen sind zuverlässig, deshalb werden sie gekauft, und sie sind bekannt, deshalb werden sie gefälscht.
Nick ist ein vorsichtiger Mensch. Einem Kollegen von ihm lauerten kürzlich vier Männer auf. Sie verfolgten ihn in ein Büro; dort schlugen sie ihn mit Knüppeln zusammen. In dem Konflikt zwischen Erster und Dritter Welt, zwischen jenen, die den Markt erobern wollen, und denen, die ihn verteidigen, operiert Nick mitten in der Kampfzone, dort, wo beide Welten aufeinanderprallen.
Am Morgen ist Nick nach Wenzhou gereist, mit dem Zug. Er will eine Frau aufspüren, deren Firma im Internet Sägen anbietet, die denen von Stihl verdächtig ähnlich sehen. Auch diese Frau hat einen englischen Vornamen; weil die Ermittlungen gegen sie nicht abgeschlossen sind, bittet Nick, die Frau im SPIEGEL "Linda" zu nennen. Er lässt sich von einem Journalisten bei der Arbeit begleiten, weil Stihl ihn darum gebeten hat.
Die Frage ist, ob Lindas Kettensägen Tankdeckel haben, die identisch sind mit denen des Stihl-Originals. Der Tankdeckel, ein sogenannter werkzeugloser Verschluss, ist eines der wenigen Details, auf das Stihl bereits in den neunziger Jahren in China ein Patent angemeldet hat. Wenn das deutsche Unternehmen vor einem chinesischen Gericht gewinnen will, muss es nachweisen können, dass die Fälscher Patentrechte verletzt haben.
Nick wird sich, sollte er Linda finden, als Händler ausgeben, zum Schein Verkaufsverhandlungen führen, Beweise sammeln und, wenn möglich, Muster beschaffen, ohne dass Linda Verdacht schöpft. "Der Tankdeckel ist unsere einzige Chance", sagt er. Dann steigt er in den Bus, der ihn ans Meer bringen wird, auf der Suche nach Linda, einer Säge und einem Tankdeckel. Das ist der Auftrag.
Wirtschaftsdetektiv gilt in China mittlerweile als ein Beruf mit Zukunft. Etwa neun Prozent des Welthandels, so die Schätzungen, entfallen inzwischen auf gefälschte Waren, 350 Milliarden Euro werden jedes Jahr mit Plagiaten umgesetzt. Bis zu zwei Drittel aller weltweit gefälschten Produkte, vermuten Experten, stammen aus China.
Die Stihl-Gruppe mit Sitz in Waiblingen bei Stuttgart bemüht sich seit Ende der achtziger Jahre, gegen die Fälscher vorzugehen. Rüdiger Stihl, ein Sohn des Firmengründers, setzte damals durch, dass Markenverstöße konsequent verfolgt werden, hauptsächlich in den Ländern, wo Plagiate unter dem Namen Stihl auf den Markt kamen. Es war der Versuch, die globalisierte Wirtschaft mit dem deutschen Wettbewerbsrecht zu zähmen.
Heute kann man sagen, dass der Versuch gescheitert ist. Jahrelang musste Stihl dabei zusehen, wie zuerst Ersatzteile gefälscht wurden und bald ganze Geräte, wie die Plagiate immer besser wurden, bis sie fast die Qualität der Originale erreichten. Heute, wo eine neue Generation von Kopisten nicht mehr die Marke fälscht, sondern bestehende Patente verletzt, setzt das Unternehmen Detektive direkt in den Fälscherländern ein, Chinesen gegen Chinesen, in Zusammenarbeit mit einer internationalen Kanzlei, Rouse & Co. International, die Büros in Peking, Shanghai und Guangzhou unterhält und immer weiter wächst.
Die Detektive beschaffen die Beweise, die Kanzlei erledigt den Rest. Zwar werden ab und an noch spektakuläre Mengen gefälschter Waren in Europa beschlagnahmt, wie erst kürzlich noch Tonnen von Turnschuhen im Hamburger Hafen, aber die Unternehmen haben die Kampfzone verschoben, dorthin, wo die Kopien hergestellt werden.
Die Produktpiraten, sagt Martin Welker, seien "mafiaähnlich" organisiert. Welker leitet die Rechtsabteilung bei Stihl, er ist ein nüchterner Mann, akkurater Haarschnitt, ein gezirkelter Bart. Er ist davon überzeugt, dass auch im Wirtschaftsleben saubere Spielregeln gelten müssen.
Welker kam 1990 zu Stihl. Wenn er mittags über den Hof zur Kantine geht, läuft er am ehemaligen Verwaltungsgebäude vorbei. In der geweißten Außenwand war früher ein kleines Fenster. Dort oben, erzählt man sich, habe vor 50 Jahren der alte Stihl gehockt und aufgepasst, dass seine Leute nach Betriebsfeiern pünktlich zur Arbeit kamen.
Nach dem Tod des Gründers formte dessen ältester Sohn Hans Peter Stihl das Unternehmen zu einem Muster deutschen Unternehmertums, mit schwäbischer Rechtschaffenheit, Innovationsfreudigkeit und Cleverness. Mittlerweile macht die Stihl-Gruppe zwei Milliarden Euro Umsatz im Jahr, fast 9500 Mitarbeiter leben weltweit von der Säge. "Solange es die Piraterie nicht gab", sagt Welker, "hatte man eine geordnete Welt vor sich."
Früh, Anfang der sechziger Jahre bereits, begann Stihl, nach Asien zu expandieren, einen Vertrieb aufzubauen und ein zuverlässiges Händlernetz. 15 Jahre dauerte es, dann war die Marke etabliert. Asien galt als Markt der Zukunft. Eigentlich, dachten sie bei Stihl, könnte ihnen nun nichts mehr passieren.
Dann, Ende der Achtziger, tauchten plötzlich Nachbauten von Ersatzteilen auf, für einen Stihl-Klassiker, die Motorsäge 070: Vergaser, Kurbelgehäuse, Schalldämpfer, Kettenrad, nahezu alle Verschleißteile. 1994 kam die erste komplett gefälschte 070 auf den Markt, angeboten unter der Bezeichnung "Chain Saw A-One". Die geordnete Welt begann sich aufzulösen.
Bald wurde klar, dass die Nachbauten dem Absatz empfindlich schadeten und dem Ruf dazu - eine 070 kostete regulär rund 750 Dollar, die Kopie ist ab 250 Dollar zu haben, und wenn die Kopie kaputtgeht, dann läuft der verärgerte Kunde zuerst zum Stihl-Händler, um sich zu beschweren. Allein in Indonesien halbierte sich der Marktanteil des deutschen Sägenbauers innerhalb weniger Jahre, von 80 auf 40 Prozent.
Welker kniet auf dem Fußboden seines Büros, sieben Zeitzonen von Wenzhou entfernt, an der Wand hängt eine Uhr, die jemand aus dem Lüftergehäuse einer Motorsäge gebastelt hat. Vor ihm liegt ein Trennschleifer, Modell TS 400, Neupreis 1100 Euro. Welker will zeigen, welche Bauteile durch ein Patent geschützt sind. Vor fünf Jahren tauchte so ein Gerät auf einer Baumesse in den USA auf: ein nahezu identischer Nachbau, "tupfengleich", wie man in Schwaben dazu sagt, inklusive Anwurfvorrichtung rechts und Luftfilter. In Welkers Wahrnehmung markiert der nachgebaute TS 400 eine Epochenwende: Es war das erste Mal, dass die Fälscher kein Altgerät mit ausgelaufenen Patenten kopierten, sondern ein nagelneues Hightech-Produkt.
<span>Die Spur der Säge</span>
Von Hauke Goos
Jahrelang musste die Firma Stihl zusehen, wie Produktpiraten den Markt mit Kopien überschwemmten. Gegen chinesische Fälscher setzen die Schwaben nun chinesische Detektive ein - die Erste Welt wehrt sich gegen die Dritte.
Am Busbahnhof von Wenzhou, eine halbe Flugstunde südlich von Shanghai, steht ein Mann und starrt auf das Display einer Digitalkamera. Zwei Bilder sind auf der Kamera, es ist dasselbe Motiv. Sie zeigen den Tankdeckel einer Kettensäge, einmal geschlossen, einmal aufgeklappt. Der Mann hat seine Tasche unter den Arm geklemmt, er achtet nicht auf die schreienden Kinder neben sich, unruhig lässt er die Bilder hin- und herzappen: auf, zu, auf, zu.
Der Mann mit der Kamera ist 36 Jahre alt, verheiratet, Vater einer kleinen Tochter. Er wurde in Shanghai geboren, wie viele junge Chinesen hat er sich einen englischen Spitznamen zugelegt: Nick. Ob die Reise, die vor ihm liegt, zum Erfolg wird oder nicht, hängt wesentlich davon ab, ob er den richtigen Tankdeckel finden kann. Nick ist von auffallender Unauffälligkeit, grauer Pullover, dunkelblaue Hose, man könnte ihn für einen Vertreter halten oder für einen Rechtsanwalt auf dem Weg ins Büro.
Nick ist Detektiv. Die Kanzlei, mit der er zusammenarbeitet, vertritt ausländische Konzerne in China, fast immer gegen Produktpiraten. Große Firmen wie den Messerhersteller Zwilling oder den Porzellanfabrikanten Villeroy & Boch, und sehr große Firmen, die lieber ungenannt bleiben. Seit Chinas Wirtschaft um bis zu zehn Prozent im Jahr wächst, ist das Land zur Bedrohung geworden. Nick kämpft in seiner chinesischen Heimat für die Marke "Made in Germany".
Im Moment ruhen die Hoffnungen des deutschen Motorsägenherstellers Stihl auf ihm. Stihl ist Weltmarktführer für Kettensägen, die Firma liefert in alle Länder der Erde. Stihl-Sägen sind zuverlässig, deshalb werden sie gekauft, und sie sind bekannt, deshalb werden sie gefälscht.
Nick ist ein vorsichtiger Mensch. Einem Kollegen von ihm lauerten kürzlich vier Männer auf. Sie verfolgten ihn in ein Büro; dort schlugen sie ihn mit Knüppeln zusammen. In dem Konflikt zwischen Erster und Dritter Welt, zwischen jenen, die den Markt erobern wollen, und denen, die ihn verteidigen, operiert Nick mitten in der Kampfzone, dort, wo beide Welten aufeinanderprallen.
Am Morgen ist Nick nach Wenzhou gereist, mit dem Zug. Er will eine Frau aufspüren, deren Firma im Internet Sägen anbietet, die denen von Stihl verdächtig ähnlich sehen. Auch diese Frau hat einen englischen Vornamen; weil die Ermittlungen gegen sie nicht abgeschlossen sind, bittet Nick, die Frau im SPIEGEL "Linda" zu nennen. Er lässt sich von einem Journalisten bei der Arbeit begleiten, weil Stihl ihn darum gebeten hat.
Die Frage ist, ob Lindas Kettensägen Tankdeckel haben, die identisch sind mit denen des Stihl-Originals. Der Tankdeckel, ein sogenannter werkzeugloser Verschluss, ist eines der wenigen Details, auf das Stihl bereits in den neunziger Jahren in China ein Patent angemeldet hat. Wenn das deutsche Unternehmen vor einem chinesischen Gericht gewinnen will, muss es nachweisen können, dass die Fälscher Patentrechte verletzt haben.
Nick wird sich, sollte er Linda finden, als Händler ausgeben, zum Schein Verkaufsverhandlungen führen, Beweise sammeln und, wenn möglich, Muster beschaffen, ohne dass Linda Verdacht schöpft. "Der Tankdeckel ist unsere einzige Chance", sagt er. Dann steigt er in den Bus, der ihn ans Meer bringen wird, auf der Suche nach Linda, einer Säge und einem Tankdeckel. Das ist der Auftrag.
Wirtschaftsdetektiv gilt in China mittlerweile als ein Beruf mit Zukunft. Etwa neun Prozent des Welthandels, so die Schätzungen, entfallen inzwischen auf gefälschte Waren, 350 Milliarden Euro werden jedes Jahr mit Plagiaten umgesetzt. Bis zu zwei Drittel aller weltweit gefälschten Produkte, vermuten Experten, stammen aus China.
Die Stihl-Gruppe mit Sitz in Waiblingen bei Stuttgart bemüht sich seit Ende der achtziger Jahre, gegen die Fälscher vorzugehen. Rüdiger Stihl, ein Sohn des Firmengründers, setzte damals durch, dass Markenverstöße konsequent verfolgt werden, hauptsächlich in den Ländern, wo Plagiate unter dem Namen Stihl auf den Markt kamen. Es war der Versuch, die globalisierte Wirtschaft mit dem deutschen Wettbewerbsrecht zu zähmen.
Heute kann man sagen, dass der Versuch gescheitert ist. Jahrelang musste Stihl dabei zusehen, wie zuerst Ersatzteile gefälscht wurden und bald ganze Geräte, wie die Plagiate immer besser wurden, bis sie fast die Qualität der Originale erreichten. Heute, wo eine neue Generation von Kopisten nicht mehr die Marke fälscht, sondern bestehende Patente verletzt, setzt das Unternehmen Detektive direkt in den Fälscherländern ein, Chinesen gegen Chinesen, in Zusammenarbeit mit einer internationalen Kanzlei, Rouse & Co. International, die Büros in Peking, Shanghai und Guangzhou unterhält und immer weiter wächst.
Die Detektive beschaffen die Beweise, die Kanzlei erledigt den Rest. Zwar werden ab und an noch spektakuläre Mengen gefälschter Waren in Europa beschlagnahmt, wie erst kürzlich noch Tonnen von Turnschuhen im Hamburger Hafen, aber die Unternehmen haben die Kampfzone verschoben, dorthin, wo die Kopien hergestellt werden.
Die Produktpiraten, sagt Martin Welker, seien "mafiaähnlich" organisiert. Welker leitet die Rechtsabteilung bei Stihl, er ist ein nüchterner Mann, akkurater Haarschnitt, ein gezirkelter Bart. Er ist davon überzeugt, dass auch im Wirtschaftsleben saubere Spielregeln gelten müssen.
Welker kam 1990 zu Stihl. Wenn er mittags über den Hof zur Kantine geht, läuft er am ehemaligen Verwaltungsgebäude vorbei. In der geweißten Außenwand war früher ein kleines Fenster. Dort oben, erzählt man sich, habe vor 50 Jahren der alte Stihl gehockt und aufgepasst, dass seine Leute nach Betriebsfeiern pünktlich zur Arbeit kamen.
Nach dem Tod des Gründers formte dessen ältester Sohn Hans Peter Stihl das Unternehmen zu einem Muster deutschen Unternehmertums, mit schwäbischer Rechtschaffenheit, Innovationsfreudigkeit und Cleverness. Mittlerweile macht die Stihl-Gruppe zwei Milliarden Euro Umsatz im Jahr, fast 9500 Mitarbeiter leben weltweit von der Säge. "Solange es die Piraterie nicht gab", sagt Welker, "hatte man eine geordnete Welt vor sich."
Früh, Anfang der sechziger Jahre bereits, begann Stihl, nach Asien zu expandieren, einen Vertrieb aufzubauen und ein zuverlässiges Händlernetz. 15 Jahre dauerte es, dann war die Marke etabliert. Asien galt als Markt der Zukunft. Eigentlich, dachten sie bei Stihl, könnte ihnen nun nichts mehr passieren.
Dann, Ende der Achtziger, tauchten plötzlich Nachbauten von Ersatzteilen auf, für einen Stihl-Klassiker, die Motorsäge 070: Vergaser, Kurbelgehäuse, Schalldämpfer, Kettenrad, nahezu alle Verschleißteile. 1994 kam die erste komplett gefälschte 070 auf den Markt, angeboten unter der Bezeichnung "Chain Saw A-One". Die geordnete Welt begann sich aufzulösen.
Bald wurde klar, dass die Nachbauten dem Absatz empfindlich schadeten und dem Ruf dazu - eine 070 kostete regulär rund 750 Dollar, die Kopie ist ab 250 Dollar zu haben, und wenn die Kopie kaputtgeht, dann läuft der verärgerte Kunde zuerst zum Stihl-Händler, um sich zu beschweren. Allein in Indonesien halbierte sich der Marktanteil des deutschen Sägenbauers innerhalb weniger Jahre, von 80 auf 40 Prozent.
Welker kniet auf dem Fußboden seines Büros, sieben Zeitzonen von Wenzhou entfernt, an der Wand hängt eine Uhr, die jemand aus dem Lüftergehäuse einer Motorsäge gebastelt hat. Vor ihm liegt ein Trennschleifer, Modell TS 400, Neupreis 1100 Euro. Welker will zeigen, welche Bauteile durch ein Patent geschützt sind. Vor fünf Jahren tauchte so ein Gerät auf einer Baumesse in den USA auf: ein nahezu identischer Nachbau, "tupfengleich", wie man in Schwaben dazu sagt, inklusive Anwurfvorrichtung rechts und Luftfilter. In Welkers Wahrnehmung markiert der nachgebaute TS 400 eine Epochenwende: Es war das erste Mal, dass die Fälscher kein Altgerät mit ausgelaufenen Patenten kopierten, sondern ein nagelneues Hightech-Produkt.