hier mal der bericht der spanisch-deutschen zeitung
22 SPORT Costa Blanca Rundschau Nr. 104 / 18. Januar 2007
Wolf und die Apfelsinenroute
Beim Trainingslager des 1. FC Kaiserslautern in Campoamor (Orihuela) herrscht lockere und familiäre Atmosphäre, inklusive Filterkaffee und Kuchenbüfett – Da hat auch der Trainer Spaß
Von Thomas Zapp
Zwei Testspiele, zwei Siege: Nach dem 4:1 (Freitag, 12.1.) gegen Augs burg gab ein bestens gelaunter FCK-Trainer Wolfgang Wolf (49) der Rundschau ein nicht immer ganz ernstes Interview. Ein Überraschungsgast kam auch noch dazu.
Sie sind wahrscheinlich sehr zufrieden heute?
Die erste Viertelstunde sind wir nur gerutscht, dann lief es. Die Mannschaft ist gut drauf. Durch die Verpflichtung von Benjamin Auer und Emeka Opara herrscht ein neuer Konkurrenzdruck. Opara hat heute wieder getroffen, hat eine sehr gute Quote. So kann es weitergehen.
War Augsburg ein guter Testspielgegner?
Wenn zwei Zweitligisten gegeneinander spielen, muss es hart, aber fair laufen, so wie heute. Heute Abend essen die mit uns im Hotel zu Abend. So muss es sein. Zu 80 Prozent der Mannschaften haben wir ein super Verhältnis. Dass wir nach dem Ligaspiel gegen Augsburg zwei Verletzte hatten, hatte andere Gründe.
Warum hat der Test gegen Real Murcia nicht geklappt?
Der Club hatte am Sonntag ein wichtiges Spiel, wir konnten nur am Freitag oder Montag. Das passte nicht und das verstehe ich absolut. Natürlich hätte ich gerne gegen einen spanischen Zweitligisten gespielt, die schätze ich als technisch stark ein.
Wie sind die Bedingungen hier ?
Perfekt. In Deutschland hätte ich bei dem Sturm kaum das trainieren können, was auf meinem Plan stand. Hier haben wir sogar eine Apfelsinenroute, können uns beim Laufen frisches Obst holen. Übrigens hab ich gestaunt, wie fest die Dinger sitzen, hab mir dabei die Hand aufgeritzt.
Im Vergleich zum verregneten Trainingslager im letzten Jahr hat sich die Mannschaft verändert …
Gott sei Dank! Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die aktuelle Mannschaft ist jung, dynamisch, hat ein Ziel, zeigt Begeisterung. Die sind noch hungrig. Im vergangenen Jahr war alles sehr zerfahren, wir standen auf einem Abstiegsplatz. Jetzt herrscht Aufbruchstimmung.
Sie werden dieses Jahr 50. Wie verändert man sich als Trainer?
Wer, ich? Sie wollen wohl sagen, ich bin ein alter Sack (tut verärgert). Natürlich versucht man, etwas mehr das Leben zu genießen. Ich nehme nicht mehr alles so ernst. Früher war ich verbissener, jetzt rappelt es einmal, dann reicht‘s. Das liegt auch an der Mannschaft. Die macht einfach Spaß.
Laut Kicker haben Sie die zweitjüngste Mannschaft der Liga. Wie passt dann die Verpflichtung von Silvio Meißner (33) dazu?
Ja, der Meißner macht mir natürlich den Schnitt kaputt, ich habe auch schon überlegt, ob ich den verpfl ichten soll … Aber in gewissen Situationen braucht man einen Spieler mit Erfahrung. Gerade wenn es bei Heimspielen nicht läuft, Anspannung und Lärm groß sind und du als Trainer nicht an die Spieler rankommst. Da brauchst du einen, der deine Anweisungen auf den Platz weitertransportiert. Einer wie Meißner ist optimal. Und der hat auch noch Spaß am Fußball. Jetzt habe ich eine Achse mit Macho, Beda, Meißner, Hajnal und Auer, da drum kann man die Mannschaft aufbauen.
Christoph Daum hat seine Kölner singen lassen, wie motivieren Sie Ihr Team?
Ich lasse schwimmen, im 25-Meter-Becken. Da gibt es dann auch Leute, die nach 15 Metern abbiegen müssen, weil sie es nicht packen. (Lacht und ruft plötzlich) Roland, unser Spiel ist schon rum. Komm, hock dich hin. (Roland Koch, Co-Trainer vom 1. FC Köln, der in La Manga trainiert, stößt dazu) Auf solche Dinger wie die Kölner komme ich gar nicht, außerdem kann ich nicht so singen wie der Roland.
Vergangenes Jahr waren Sie in La Manga und sind abgestiegen … Kommen Sie wieder an die Küste?
Wir sind ja nicht in La Manga … Dort war es auch gut, aber hier kannst du aus dem Hotelzimmer auf den Platz springen, brauchst keinen Bus. Wir haben den ganzen Hoteltrakt für uns allein, inklusive Schwimmbad. Willy (Organisator Willy Sauler aus Campoamor, Anm. d. Red.) hat uns alle Wünsche von den Augen abgelesen. Ich hoffe, dass wir das Hotel so hinterlassen, dass wir wiederkommen dürfen. Solange ich Trainer in Kaiserslautern bin, werden wir hier unser Trainingslager veranstalten.
■ Wolf (links Co-Trainer Wolfgang Funkel) hält die Pausenansprache im Testspiel gegen Augsburg. Mit Erfolg: Kaiserslautern gewinnt 4:1. FOTOS: T. ZAPP
■ Willy Sauler (li.) aus Campoamor liest den Gästen aus Kaiserslautern jeden Wunsch von den Augen ab. Ein Grund für beste Laune beim Trainer (re.).
RUND UMS TRAININGSLAGER
FAMILIÄRE ATMOSPHÄRE IST TRUMPF
„Noch ein Stück Kuchen, Herr Wolf?“ Während Ehefrau und Tochter Selbstgebackenes und Filterkaffee anbieten, kümmert
sich Organisator Willy Sauler um die Details, bis hin zum Standort für den Kameramann des SWR-Fernsehens. Es herrscht eine familiäre Atmosphäre auf der Anlage des Vier-Sterne-Hotels Golf Campoamor. Auch die 63 mitgereisten Fans fühlen sich wohl. „Zu dieser Mannschaft ist der Kontakt super“, sagt Fan-Koordinator Stefan Roßkopf. Dank Billigfliegern nach Murcia und günstigen Viererwohnungen in der Urbanisation Las Lomas koste eine Woche FCK nicht mehr als 200 Euro, schwärmt er. Als Nächstes kommt Regionalligist TSG Hoffenheim nach Campoamor (28.1. bis 7.2). Holstein Kiel (bis 22.1.) und der FC Basel (23.1. bis 1.2.) trainieren im La-Manga-Club. Am Dienstag (16.1.) unterlag Kiel in La Manga gegen Alcoy (Segunda
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