und nun auch im raum karlsruhe ...
Baden-Württemberg
Ministerium warnt vor Amoklauf an Schule

In Emsdetten hatte ein 18jähriger 37 Menschen verletzt und sich selbst getötet
05. Dezember 2006
Das Kultusministerium in Baden-Württemberg hat alle Schulen im Südwesten über einen Verdacht auf einen Amoklauf an diesem Mittwoch unterrichtet. Die Warnung bezieht sich auf Informationen von zwei Realschülern aus Rheinland-Pfalz. Diese hätten bei einem Onlinespiel im Internet Kontakt mit einer anonymen Person gehabt, die einen Amoklauf an einer Schule in Baden-Württemberg angekündigt habe. „Die Sicherheitslage ist unklar“, sagte Kultusminister Helmut Rau (CDU). „Wir können nicht ausschließen, daß die Ankündigung ernst gemeint ist.“
Während der Unterrichtszeiten werde die Polizei am Mittwoch deshalb verstärkt Streife fahren, mit den Schulen Kontakt halten und örtliche Ansprechpartner benennen, teilte das Ministerium mit. Nach Informationen des „Südkurier“
konzentriert sich die Polizei bei ihrer Suche nach dem möglichen Täter auf den Raum Karlsruhe. Nach Angaben des Blattes werden derzeit etwa 50 bis 60 Verdächtige überprüft. Die Behörden wollten die Darstellung nicht bestätigen.
Polizei will Präsenz zeigen
Der Minister forderte Eltern, Lehrer und Kinder zu besonderer Wachsamkeit auf. Die Eltern sollten ihre Kinder aber auch den Schulleitungen anvertrauen und sie nicht zu Hause lassen. Die Polizei werde vor Ort Präsenz zeigen und deutlich sichtbar sein. Wie viele Beamte zusätzlich im Einsatz sein werden, wurde jedoch nicht mitgeteilt.
Die beiden Realschüler hatten sich nach Darstellung des Innenministeriums in Stuttgart über ihre Schulleitung nach einigen Tagen an die Polizei in Rheinland-Pfalz gewandt. Die Polizei konnte bislang weder die Person identifizieren noch den Schulort herausfinden.
„Hinweise, daß es sich nicht um Trittbrettfahrer handelt“
„Es gibt aber Hinweise, daß es sich nicht um einen Trittbrettfahrer handelt“, betonte eine Ministeriumssprecherin. Deswegen sei der Gang an die Öffentlichkeit gewählt worden. Die Behörden baten darum, auffällige Wahrnehmungen sofort der Polizei vertraulich zu melden.
In der Warnung des Ministeriums heißt es: „
Vor einigen Tagen kamen zwei Realschüler aus Rheinland-Pfalz über das Internet beim Spielen des Ego-Shooters „Counter Strike“ (sog. Killerspiel) in Kontakt mit einer anonymen Person, die am Spiel teilnahm. Hierbei wurde von der anonymen Person angekündigt, am Nikolaustag in seiner Schule in Baden-Württemberg Amok zu laufen. Auf Nachfrage bestätigte die Person, daß es ihr damit Ernst sei“, heißt es in der Mitteilung an die Schulen.
Im westfälischen Emsdetten hatte ein 18jähriger am 20. November seine ehemalige Schule gestürmt, 37 Menschen verletzt und sich selbst getötet. Den Amoklauf hatte der frustrierte 18jährige im Internet angekündigt. Das war viereinhalb Jahre nach dem Schulmassaker in Erfurt mit 17 Toten.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP
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Stuttgart
Behörden befürchten Anschlag auf Schule im Land
Das baden-württembergische Kultusministerium befürchtet, dass am Nikolaustag an einer Schule des Landes eine Gewalttat geplant sein könnte. Einen entsprechenden Hinweis bekamen die Behörden von Schülern, die im Internet von Plänen eines bisher Unbekannten erfuhren. Dieser habe angekündigt, am 6. Dezember in einer Schule Amok zu laufen.
Die Polizei werde in der Schulzeit verstärkt Streife fahren, mit den Schulen Kontakt halten und örtliche Ansprechpartner benennen, teilte das Ministerium mit. Eltern, Lehrer und Kinder wurden zu besonderer Wachsamkeit aufgefordert. Die Schulleiter sollen in enger Absprache mit der Polizei alles für die Sicherheit ihrer Schüler notwendige tun. Das kann auch das Schließen einzelner Schulen für diesen einen Tag bedeuten.
In der Mitteilung an die Schulen heißt es: "Vor einigen Tagen kamen zwei Realschüler aus Rheinland-Pfalz über das Internet beim Spielen des Ego-Shooters 'Counter Strike' (so genanntes Killerspiel) in Kontakt mit einer anonymen Person, die am Spiel teilnahm. Hierbei wurde von der anonymen Person angekündigt, am Nikolaustag in seiner Schule in Baden-Württemberg Amok zu laufen. Auf Nachfrage bestätigte die Person, dass es ihr damit Ernst sei."
Die beiden Realschüler hatten sich nach Angaben des Stuttgarter Innenministeriums über ihre Schulleitung an die Polizei in Rheinland-Pfalz gewandt. Bislang konnte die Person, die die Tat angekündigt hat, allerdings nicht identifiziert werden. Auch konnte die Schule oder der Schulort nicht näher eingegrenzt werden. "Es gibt aber Hinweise, dass es sich nicht um einen Trittbrettfahrer handelt", betonte eine Ministeriumssprecherin. Deshalb habe man den Gang an die Öffentlichkeit gewählt und bitte darum, auffällige Wahrnehmungen sofort der Polizei vertraulich zu melden.
Rau nimmt Ankündigung ernst
"Die Sicherheitslage ist unklar", sagte Kultusminister Helmut Rau (CDU). Man könne nicht ausschließen, dass die Ankündigung ernst gemeint sei. "Wir dürfen uns nachher nicht sagen lassen: ihr habt davon Kenntnis gehabt, es ist etwas passiert und ihr habt nichts unternommen", so Rau. Er könne das Risiko nicht auf sich nehmen, nur abzuwarten. Rau rief dennoch die Eltern auf, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Gleichzeitig sollten die Verantwortlichen an den Schulen überlegen, ob es auffällige Schüler gebe, denen sie ein solches Vorgehen zutrauten.
Nach Medienberichten konzentriert sich die Polizei bei ihrer Suche nach dem möglichen Täter auf den Raum Karlsruhe. Demnach würden derzeit etwa 50 bis 60 Verdächtige überprüft. Die Behörden wollten diese Darstellung nicht bestätigen.
Erst am 20. November hatte im westfälischen Emsdetten ein 18-Jähriger seine ehemalige Schule gestürmt, 37 Menschen verletzt und sich angschließend selbst getötet. Die Tat hatte der frustrierte junge Mann im Internet angekündigt. Das ereignete sich viereinhalb Jahre nach dem Schulmassaker in Erfurt mit 17 Toten.