vor 23 Stunden schrieb Klingenstädter:
@ Onkel
Bevor wir hier ein Denkmal für Kuntz errichten sei daran erinnert, dass wir in der Verwaltung auf oberer Managementebene Stellen ersatzlos gestrichen und die Kosten für externe Berater gesenkt haben.
Ich kann mir zudem sehr gut vorstellen, dass der 8-Millionen-Etat nicht die Idee von Gries war, sondern Ergebnis unserer Lizenzierungsunterlagen. Da soll nicht nur der Zimmer-Transfer eingerechnet, sondern auch Gehälter in Höhe von Löwe, Karl und Jenssen rausgerechnet worden sein.
Am Schluss kam Kuntz dann mit dem Vertuschen und Verschieben von Budgets nicht mehr hinterher, Sponsoren wurden vergrault und beiden fielen die Bekannten/Verwandten auf unserer Payroll auf die Füße.
Es ist also keineswegs so, dass die aktuelle Situation nicht mittelbar auf die Hinterlassenschaften von Kuntz zurückginge, der keinen Alternativplan zum Aufstieg hatte und dafür Vorgriffe auf die Zukunft getätigt hat - und diese Zukunft ist leider jetzt.
Ich errichte Kuntz kein Denkmal. Ich sagte und sage immer: Er hat operative Fehler gemacht, die sowohl im finanziellen Bereich wie auch im Mangel an Transparenz zu suchen sind. Zudem hat er zu viele Kompetenzen an sich gezogen, so dass er viele Dinge ein bißchen gemacht hat und nichts zu 100 %. Das Ergebnis ist ihm dann auf die Füße gefallen.
Die Ursachen dafür sind aber meiner Meinung nach nicht einzig und allein in Kuntz' Charakter zu suchen. Aber genau so wurde (und wird es immernoch) von der Stinkstiefelfraktion kolportiert: Da wurden er und seine Arbeit solange mit Begriffen wie "Sonnenkönig", "Selbstbereicherung" und "Vetternwirtschaft" betitelt und er mit Straftaten wie Untreue, Bankrott und Insolvenzverschleppung in Verbindung gebracht - völlig unabhängig davon, dass solche Vorwürfe juristisch nie bewiesen werden konnten - bis im Umfeld genug davon hängengeblieben war, dass er vom Berg gejagt werden konnte.
Da wurden nicht sachlich und seriös die konkreten Fehler in seiner Arbeit aufgezeigt - und die gab es! - sondern da wurde mit Dreck geworfen und intrigiert, jahrelang, bis er tatsächlich keinen Bock mehr hatte und ging.Und mit ähnlichen Mitteln wurde und wird auch schon immer bei ungeliebten Trainern gearbeitet. Kurt Jara wurde solange als "Schluchtenscheißer" beleidigt, bis er den Fans den Stinkefinger gezeigt hat (Recht hatte er!), Runjaic hatte zu feine Kleider an, Fünfstück war der "Praktikant", Foda die "Strickjacke" und bei Marco Kurz wurden Bumsgerüchte in die Welt gesetzt. Und Tayfun Korkut wiederum ist nun auf dbb "der Türke", was ganz unabhängig von der Kritik an seiner Arbeit eine asoziale Beleidigung und Sauerei ist. Und wenn man die Leute dann weggeekelt hat, feiert man anschließend in den entsprechenden Kreisen ab und holt sich verbal einen drauf runter, dass es eine wahre Pracht ist. So geht das in Kaiserslautern schon fast 20 Jahre so und die derzeitige Situation ist die verdiente Quittung.
Wenn man aber die Fehler von Kuntz betrachtet, waren die Ursachen für die Fehler in seiner Arbeit aber nicht nur bei ihm selbst, sondern auch unter anderem genau in diesen Fankreisen zu suchen. Du schreibst: "Kuntz hatte keinen Alternativplan zum Aufstieg." Ersetze das Wort "Kuntz" durch das Wort "Umfeld" und du hast den Schlüssel. Der Druck, aufzusteigen war und ist unterschwellig in jedem Zweitligajahr dagewesen (aktuell natürlich nicht). Kuntz hat das gewusst und einen Spagat versucht, der nicht gutgehen konnte. Er hat versucht, das Umfeld zufriedenzustellen und dabei gleichzeitig den finanziell immer geringer werdenden Spielraum auszureizen, irgendwann auch mit Hilfe von Intransparenz und Tricks, was die Anleihegelder und die Bilanz angeht.
Das war sein Hauptfehler und der ist ihm - mit Recht - dann auch auf die Füße gefallen, weil er das Vertrauen der Leute dadurch verloren hat. Diejenigen, die ihn weggejagt haben, waren aber genauso Teil dieser Entwicklung wie er selbst. Und dieser Anteil wird in Kaiserslautern immer geleugnet, wenn eine Vereinsführung mit Dreck beworfen wird. Das war bei Norbert Thines so, den sie heute wie einen Heiligen verehren und 1996 fast verprügelt haben. Das war bei Jäggi so, der den totalen Frontalcrash mit dem Stadionverkauf gerade so verhindert hat. Und bei Kuntz war es genau dasselbe.
Vereinspolitik entsteht und entwickelt sich immer aus einer Gemengelage sowie einer Wechselwirkung zwischen Umfeld, Mitgliedern und handelnden Personen. Eine Vereinsführung handelt nie isoliert für sich alleine sondern oft genug auch unter öffentlichem Druck. Kuntz war diesem Druck nicht mehr gewachsen und hat dann sachlich falsche Entscheidungen getroffen.
Aber ein Krimineller, so wie ihn manche Leute gerne darstellen wollen, war er deshalb nicht. Er ist - wie wir alle - ein Mensch mit Fehlern und es war grundsätzlich auch Zeit, mal einen Wechsel an der Vereinsspitze herbeizuführen, da er Fehler gemacht und sich auch verbraucht und aufgerieben hatte. Die Art und Weise allerdings, wie das alles abgelaufen ist, war unsauber, stillos, undankbar und eine Sauerei und legt nur offen, in welchem Zustand der Verein inzwischen angekommen ist.
Deswegen gebe ich auf das Geschwätz dieser Internetexperten einen Dreck. Mich interessiert nur das, was auf dem Platz passiert und das ist momentan nicht gut genug für Liga 2. Und wenn es am Ende nicht reicht, dann ist das so und dann steigt der FCK halt ab.