Ich bin mit dem Spiel an und für sich sehr zufrieden und hätte ein Unentschieden in Wolfsburg vor dem Anpfiff (wie viele andere wahrscheinlich auch) direkt unterschrieben.
Was mir allerdings schon am Samstagabend und auch über den Verlauf der vergangenen Saison hinweg immer wieder aufgefallen ist, ist unsere mangelnde Effizienz vor dem Tor. Wir brauchen teilweise einfach zu viele Chancen, um zu einem Treffer zu kommen. Gerade in engen Spielen fehlt uns dadurch immer wieder ein Stück weit der Killerinstinkt, um eine gute Leistung auch mit drei Punkten zu belohnen. Auch gegen Wolfsburg war das wieder zu sehen: Wir hatten nach meinem Dafürhalten sogar teilweise die besseren Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen, konnten sie aber letztlich nicht nutzen.
Berisha hatte gegen Wahl und ohne wirklich nachrückende Mitspieler oftmals einen sehr schweren Stand. Ich gehe auch vollkommen mit dem Gedanken mit, dass er mit der aktuellen Spielweise nur bedingt in das System unseres Trainers passt. Gerade wenn der Stürmer häufig auf sich allein gestellt ist und aus dem Mittelfeld nur wenig Unterstützung bekommt oder bis auf Skyttä/Ritter nur wenig weitere Mitspieler nachrücken, kommt seine Spielweise meiner Meinung nach nicht optimal zur Geltung. Das ist dann weniger eine Frage seiner individuellen Qualität, sondern vielmehr eine Frage der taktischen Ausrichtung und der Art und Weise, wie wir unsere Angriffe aufziehen.
Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob dieser Punkt bei den Verantwortlichen tatsächlich auch in dem Maße ankommt. Schließlich sehen wir diese Spielweise jetzt nicht erst seit ein paar Wochen, sondern im Grunde schon seit einem halben bis dreiviertel Jahr und der schweren Verletzung von Prtajin.
Entweder man stellt Berisha mit Yardimci einen zweiten Mann an die Seite, der - ähnlich wie Hanslik - durch seine Laufwege Räume schafft, Lücken reißt und damit auch Berisha entgegenkommt. Oder aber man muss sich die Frage stellen, ob Berisha für diese sehr isolierte Rolle überhaupt der passende Spielertyp ist. Denn ihn immer wieder mit hohen oder langen Bällen zu suchen und anschließend zu erwarten, dass er sich gegen zwei oder drei Gegenspieler durchsetzt oder alleine die zweiten Bälle gewinnt und auf die nachrückenden Spieler ablegt, kann auf Dauer nicht die Lösung sein.