Sie hatten in jenen Monaten mit dem Offenburger FV im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund gespielt und beim 3:3 zwei Tore erzielt. Wenn heute ein Jungspieler nach einer solchen Partie einen Profivertrag vor sich sieht, unterschreibt er vermutlich ohne groß zu überlegen. Woher rührte Ihre Demut?
Martin Wagner: Ich war noch nicht bereit, vielleicht auch noch nicht reif genug, mich mit solchen Gedankenspielen zu beschäftigen. Das Profigeschäft wirkte noch viel zu weit weg. Und wie sich herausstellte, war das nächste Jahr in der Regionalliga sehr wichtig, um mich innerlich auf den Profifußball vorzubereiten.
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Sie haben in vierzehn Jahren Profifußball fast alles mitgenommen: Weltmeisterschaft, Pokalsieg, Meisterschaft, Abstieg, Aufstieg, Champions League. An welchen Moment denken Sie heute am liebsten zurück?
Martin Wagner: An mein letztes Spiel auf dem Betzenberg. Wir spielten gegen den MSV Duisburg und ich ging in der 65. Minute vom Feld. Auf einmal erhoben sich 40.000 Leute von den Sitzen – das war Gänsehaut pur. Und ich hatte die Gewissheit, dass es all die Jahre keine einseitige Beziehung gewesen war. Dass nicht nur ich diesen Klub und die Fans lieben gelernt hatte, sondern sie auch mich.
Sie haben einen A-Trainerschein und sind zudem als Spielerberater tätig. Wann kehren Sie denn an den Betzenberg zurück?
Martin Wagner: Ich war bis vor einiger Zeit Coach der B-Jugend des FV Ebersweier, aktuell trainiere in den Sommerferien Jugendliche in der Fußballschule Freudenstadt. Und ich merke, dass das genau mein Ding ist: Jugendarbeit. Doch ich hoffe tatsächlich, dass sich eines Tages der Kreis wieder schließt und ich zum FCK zurückkehren kann. Am liebsten als U17- oder U18-Trainer. Irgendwann in der Zukunft. Ich bin ja noch jung.