Darts WM 2020

playerred

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Gestern hat die WM angefangen, in der zweiten Runde ist heute der ehemalige Weltmeister Rob Cross ausgeschieden.
Ein weiterer Exweltmeister Raymond Van Barneveld ( war sein letztes Turnier, er beendet Karriere ) überstand heute die erste Runde nicht.
 

SaarBetzi86

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Man muss dieses Jahr fast auf Van Gerwen hoffen, wenn die Alternative Gerwyn Price ist.

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Betzi39

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Am Mittwoch abend greifen die ersten beiden Deutschen ins Geschehen ein, Nico Kurz spielt gegen James Wilson und Gabriel Clemens trifft auf Benito van de Pas, vor allem Gabriel traue ich ein paar Runden zu.
 

playerred

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Zu früh gefreut

Gabriel Clemens aus Saarwellingen scheidet bei WM in Runde eins aus
Von Peter-Pascal Portz

Das Antlitz des wuchtigen Typs in Schwarz war ein von bitterem Sarkasmus geprägtes. Ein ironisches Lachen brach durch den schwarzen Goatee-Bart, kurz kratzte sich Gabriel Clemens (36) hinterm Ohr. Ausdruck der Ratlosigkeit. Sein dritter Pfeil hing noch press unter dem Draht der Doppel-Fünf, als der hilflose Blick des Saarländers runter zur Box wanderte.
Es half alles nichts, am Ende verließ Clemens die größte, die schillerndste aller Dart-Bühnen mit einem 2:3. In Runde eins der Weltmeisterschaft, das jähe Aus. „Ich hab’ einfach zu viele Doppel liegen lassen“, haderte er in den Katakomben der West Hall des Alexandra Palace. In dem Moment wollte er es nicht wahrhaben, genauso wie die knapp 3000 unter ihm brüllenden Spaßvögel im Tollhaus „Ally Pally“. Wie im falschen Film.
Denn der Clemens, vor der WM Nummer 42 der PDC-Welt, hatte gegen den soliden, keineswegs überragenden Niederländer Benito van de Pas Matchdarts. Ganze vier. Einen nach dem andern setzte der „German Giant“ am Mittwochabend daneben. Bis van de Pas eiskalt die 40 Punkte wegmachte und das, wie zum Hohn, mit dem ersten Pfeil. „Zwischendrin hab’ ich wirklich schlecht gescort. Es war ein ganz komisches Spiel“, urteilte der gefasste Clemens nach der ärgerlichen WM-Pleite die zerfahrene Vorstellung ab. Nach der 2:0-Legführung im fünften Satz, einem Akt des Dramas, das die Masse an den Tischen in tiefes Schweigen verfrachtete, hatte er wie der Sieger dagestanden. Ein Gedanke, der ihn zu früh ereilte, das gab er zu.
Hinter dem bodenständigen Profi aus Saarwellingen liegt das stärkste Jahr seiner Karriere. Ein sensationelles Finale bei den World Series in Köln, der Eintrag in die Darts-Annalen, als er jüngst beim Grand Slam mit über 110 Punkten den höchsten Drei-Dart-Average eines Deutschen ins Board dübelte, der je im Fernsehen übertragen wurde. Nicht zuletzt deshalb ging Clemens am Mittwochabend erstmals bei einem Major-Turnier als Favorit ans Oche – gegen einen van de Pas, der einst zur Weltelite gehörte, nach einem schwachen Jahr in die Niederungen sackte. Die Session hätte zum deutschen Meisterstück werden können. Nico Kurz, ein blutjunger Hesse, hatte zuvor James Wilson mit 3:1 von der Bühne geföhnt – und dabei, nach acht perfekten Würfen, um zwei Zentimeter am Neun-Darter, dem großen Traum eines jeden, vorbeigezielt. Clemens aber kam nie richtig ins Spiel. „Auf der Bühne hat es sich gut angefühlt. Dann hab’ ich den ersten Satz unglücklich verloren, woran ich selbst schuld bin. Ich hatte ja genug Darts zum Set-Gewinn“, meinte er. „Ich denke, er war der bessere Spieler. Ich hatte Glück mit dem ersten Satz und Glück auf die Doppel“, räumte van de Pas ein.
Die Geschichte des Abends. Clemens punktete besser, hatte nach einem fabelhaften vierten Satz alle Trümpfe in der Hand – aber van de Pas das optimale Timing. Eine 31 Prozent-Quote auf die Doppel bedeutet nicht unbedingt Schwäche. Nur in den wichtigen Momenten, da stach Clemens eben nicht.
Die 2:3-Pleite verhindert, worauf die deutschen Fans hofften: den Gipfel mit Max Hopp in Runde zwei.

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Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung - Nr. 295 Freitag, den 20. Dezember 2019
 

playerred

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jetzt live auf Sport 1, Nico Kurz, starker Anfang und genauso schnell nachgelassen.
 
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playerred

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Peter Wright Weltmeister

Der Schotte Peter Wright ist zum ersten Mal Darts-Weltmeister und hat damit die Titelverteidigung von Primus Michael van Gerwen verhindert. „Snakebite“, wie Wright genannt wird, besiegte im Endspiel von London den niederländischen Champion mit 7:3 und landete damit den bisher größten Erfolg in seiner Laufbahn. Für seinen Sieg erhält der 49 Jahre alte Wright nicht nur die 25 Kilogramm schwere Sid Waddell Trophy, sondern auch ein Preisgeld von 500.000 Pfund. 2014 hatte der extravagante Schotte mit den bunten Haaren das WM-Endspiel gegen van Gerwen noch mit 4:7 verloren. Für Wright endete mit dem Erfolg im WM-Finale auch eine Serie von neun Niederlagen in neun Major-Finals gegen van Gerwen. dpa

Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung - Nr. 1 Donnerstag, den 2. Januar 2020
 

playerred

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„Gaga“ Clemens deklassiert die Konkurrenten
DART: Der für den DV Kaiserslautern werfende Saarländer präsentiert sich beim Qualifikationsturnier zur WM in bestechender Form
Von Benjamin Haag

Am vorletzten Wochenende startete viel beachtet die Fußball-Bundesliga mit als erste Sportart wieder in den Wettbewerbsmodus. Für Dartprofi Gabriel Clemens vom DV Kaiserslautern ging es ebenfalls hoch her. Er startet bei der Hylo Care PDC Europe Superleague Germany, die als Qualifikation zur Weltmeisterschaft im Dezember begann.

Die allerbesten Erinnerungen hat der German Giant, wie Gabriel Clemens genannt wird, sicherlich nicht an die Weltmeisterschaft im vergangenen Dezember in London. Die knappe Niederlage gegen den früheren Dreizehnten der Weltrangliste, Benito van de Pas aus den Niederlanden, im Auftaktmatch war wegen der bis dahin für Clemens hervorragend verlaufenen Saison nicht zu erwarten. Trotz dieses schmerzlichen Rückschlags ist der Dartprofi, der im saarländischen Saarwellingen wohnt, erneut auf dem besten Weg, sich für die Titelkämpfe im stimmungsvollen Alexandra Palace in London zu qualifizieren. Wenn dann wieder die vielen verkleideten Fans ihre Gesänge über den 16-maligen Weltmeister Phil Taylor, der seine Karriere beendete, anstimmen und der amtierende Weltmeister Snakebite Peter Wright mit schriller Frisur und in ebenso schriller Kleidung ans Oche geht, will auch Clemens wieder dabei sein.Ein erster Schritt dafür ist die PDC Europe Superleague Germany im bayrischen Ismaning bei München in dieser Saison. Dort spielen 16 deutsche Akteure um ein Ticket für die Welttitelkämpfe. Nicht mit dabei sind Max Hopp, Martin Schindler und Robert Marijanovic. Schindler und Marijanovic, beide ebenfalls hauptberufliche Dartspieler, sagten für die WM-Quali ab, hatten Bedenken wegen des Hygienekonzepts. Für sie rückte Michael Unterbuchner nach, der bereits mit seinen Erfolgen beim Konkurrenzverband der PDC, der BDO, für Aufsehen sorgte, als er bis ins Halbfinale vordrang. Steffen Siepmann vervollständigte das Teilnehmerfeld. Zwei Achtergruppen starten bei dem Turnier, in welchem jeweils in Hin- und Rückserie gegeneinander gespielt wird. Die besten vier jeder Gruppe erreicht das Viertelfinale, ab dem im K.-o.-System gespielt wird. Aufsehen erregte das Turnier nicht nur deshalb, weil es großes mediales Interesse samt Live-Übertragungen gab, sondern weil das Turnier auch unter den Spieler wegen der Corona-Krise und den spät kommunizierten Hygieneauflagen diskutiert wurde. Kurz entschlossen wurde das Turnier, bei dem bereits der erste Spieltag absolviert und dann wieder annulliert wurde auf den 13. Mai verlegt.

Für „Gaga“ Clemens, der im Bundesligateam des DV Kaiserslautern noch immer aufgestellt ist, war das Turnier eine Standortbestimmung. „Es war ja schon eine lange Pause. Man weiß gar nicht, wo man steht“, sagt der saarländische Dartprofi, der über Wochen nur Einzeltraining absolvieren konnte. Kontakt zum DV Kaiserslautern gab es deshalb nur wenig. „Wir haben nur ein bisschen über WhatsApp Kontakt gehalten“, erzählt Clemens.

Das Quali-Turnier indes verlief optimal für den 38. der PDC-Weltrangliste. Sieben Spiele gab es zu absolvieren, alle gewann er. „Brenzlige Momente gab es nicht wirklich. Es war alles relativ deutlich.“

Ungewöhnlich waren jedoch die Abläufe. Beim Einspielen wurde noch mit Mundschutz gespielt und auch der Wurfablauf der Pfeilewerfer während des Spiels war ein anderer. „Es war vom Rhythmus ein ganz anderes Spiel, da musste man sich erst einmal dran gewöhnen“, erzählt Clemens, dass man nun erst ans Oche treten darf, wenn der Gegner die Pfeile aus dem Dartboard gezogen hat. Das Verhältnis zwischen den Spielern sei jedoch wie üblich gewesen. „Natürlich gab es ein bisschen mehr Abstand, aber wir haben gesprochen wie immer.“

Die sieben Siege von Clemens beeindrucken, hatte er doch durchaus starke Konkurrenz in seiner Gruppe. Überraschte der 6:3-Auftaktsieg gegen Kai Gotthardt und das 6:0 gegen den sieglosen Jens Kniest noch wenig, war der 6:2-Erfolg gegen Sascha Stein auch in der Höhe schon etwas überraschend. Steffen Siepmann besiegte er zum Abschluss des ersten Tages des zweitägigen Turniers ebenfalls mit 6:3. Am zweiten Turniertag wurde Christian Bunse (6:2), der frühere WM-Teilnehmer Kevin Münch (6:2) und zum Abschluss der hoch eingeschätzten Bayer Michael Unterbuchner (6:3) deutlich besiegt. Für Clemens’ Konkurrenten ging es nur um Platz zwei, den mit zwei Siegen Rückstand Sascha Stein einnimmt. Formsache wird der Einzug ins Viertelfinale am 14. Juni sein. „Ich spiele die Rückserie genauso konzentriert wie das letzte Wochenende“, sagt Clemens und will sich nicht auf seinem Vorsprung ausruhen.

Dennoch ist es fraglich, wie es für die Dartspieler der PDC-Tour weitergeht. „Ich kann es auch nicht sagen, was passiert. Wir spielen einfach mal und schauen, was sich ergibt“, zeigt sich Clemens entspannt. Doch gibt es eine Weltmeisterschaft? „Ich glaube schon, dass es eine WM gibt. In welcher Form weiß ich aber nicht“, sagt Clemens, der auch nicht weiß, wie es nun in den nächsten Wochen weitergeht. Denn Turniere sind wohl nur unter Ausschluss der Zuschauer möglich. Von der PDC seien den Spielern Fragebögen zugeleitet worden, in denen sich die Spieler zur aktuellen Situation äußern können. „Eine Lösung wäre es wohl nur, vorerst ohne Zuschauer zu spielen“, bekräftigt Clemens, der dennoch erst einmal die WM-Quali einfahren will.

Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung - Nr. 120 Montag, den 25. Mai 2020
 

playerred

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Clemens kämpft um WM-Ticket
Von Benjamin Haag


Welcher deutsche Dartspieler tritt im Dezember im Ally Pally in London bei der Weltmeisterschaft an? Diese Frage wird am Sonntag in München bei der Hylo Care PDC Europe Superleague Germany beantwortet, wenn es im K.-o.-Modus um den Sieg und die damit verbundene Qualifikation geht. Mit dabei ist auch Gabriel Clemens vom DV Kaiserslautern.

Einmal gegen Weltmeister Peter Wright aus Schottland spielen oder gegen den Weltranglistenersten und Tour-Dominator Michael van Gerwen. Diesen Traum hat sich der beim Bundesligisten DV Kaiserslautern gemeldete Gabriel Clemens aus Saarwellingen schon erfüllt. Aber der Dart-Profi will natürlich wieder im Dezember, wie schon im Vorjahr, in London um die Krone der Dartwelt mitspielen. Um das WM-Ticket zu lösen, muss er aber am Sonntag (15 Uhr) drei Partien in Serie gewinnen. Die Viertelfinalhürde ist für ihn Manfred Bilderl (Ahlen), der sich erst auf den letzten Drücker einen der vier Qualifikationsplätze in seiner Gruppe gesichert hat. Mit zwölf Siegen aus 14 Spielen in der Gruppenphase ist Clemens der Favorit. Der „German Giant“ wird gegen den 53-Jährigen, der auch schon auf der European Darts Tour spielte und mehrfacher deutscher Meister ist, haushoher Favorit sein, wenn es im Modus Best of 15 Legs um den Einzug in die Vorschlussrunde geht. Wie gefährlich Bilderl jedoch sein kann, zeigen seine Siege gegen Nico Kurz (6:4) und auch das 6:5 gegen Maik Langendorf, womit er den Sprung ins Viertelfinale schaffte.

Im Halbfinale bekäme es Clemens entweder mit Kevin Münch oder Nico Kurz zu tun, zwei WM-erfahrene Kontrahenten. Kurz drang im Vorjahr bei der WM gar in die dritte Runde vor. Träfe Clemens auf ihn, wäre es das vorgezogene Finale. Der Sieger der Gruppe B, Daniel Klose, könnte dann erst im Endspiel warten. Der hat sich mit elf Siegen aus 14 Partien ebenfalls in eine Favoritenposition manövriert.

Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung - Nr. 135 Samstag, den 13. Juni 2020
 

Roterriese

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Also ich hab mir manche Matches bei der WM in der Vergangenheit angeschaut. Ehrlich gesagt kann ich mir die Dart WM aus London in dieser Halle ohne Zuschauer fast noch weniger vorstellen, als Bundesliga ohne Zuschauer. Die Atmosphäre dort war immer großartig.
 

playerred

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Gabriel Clemens verpasst WM-Ticket

Gabriel Clemens ist in München beim Qualifikationsturnier zur Weltmeisterschaft seiner Favoritenrolle nicht gerecht geworden. Der für den DV Kaiserslautern werfende Saarländer hat im Halbfinale gegen den späteren Turniersieger Nico Kurz den Kürzeren gezogen. Die Weltmeisterschaft in London muss er aber noch nicht abschreiben. Er kann sich noch Hoffnungen machen.
Von Benjamin Haag

Chance verpasst – aber ein Hintertürchen ist für Gabriel Clemens immer noch weit offen. Bei der Hylo Care PDC Europe Superleague Germany, dem deutschen Qualifikationsturnier zur Darts-Weltmeisterschaft 2021, schied der Akteur des DV Kaiserslautern zwar im Halbfinale aus. Doch über die Pro Tour kann er sich noch für die WM in London qualifizieren.Es war angerichtet für Gabriel Clemens, für den Saarwellinger, der nach seiner famosen Leistung in der Vorrunde als Favorit in den Kampf um den einzigen WM-Startplatz ging, den es bei dem Turnier in München zu erringen gab. Wie schon an den ersten vier Spielwochenenden wurde auch die Finalrunde ohne Zuschauer ausgetragen. Am ersten Spieltag blieb Clemens in sieben Spielen ungeschlagen. Nach dem zweiten Vorrundenspieltag standen insgesamt zwölf Siege bei nur zwei Niederlagen für den DVK-Akteur, der auf dem 38. Platz der Weltrangliste steht, zu Buche.

Nach diesem starken Auftakt traf er als Gruppensieger und Favorit im Viertelfinale auf den Ahlener Manfred Bilderl. Clemens’ 53-jähriger Gegner hatte in seiner Gruppe Titelverteidiger Nico Kurz mit 6:4-Sätzen besiegt. Die Hürde Bilderl war letztlich keine allzu hohe. Mit fünf Satzsiegen in Folge zog der „German Giant“ dem mehrfachen deutschen Meister davon. Am Ende hieß es 8:1 im Modus Best of 15 Legs. Eine klare Sache.

„Ich konnte leider im Halbfinale nicht das abrufen, was ich selbst von mir verlange, und habe einfach zu viel liegen lassen“, analysierte Clemens sein Ausscheiden gegen Nico Kurz. Auch gegen den 23-Jährigen aus Hanau sah es zu Beginn noch sehr gut aus. Kurz, der im Vorjahr bei der WM nach Siegen über die Engländer James Wilson und Joe Cullen die dritte Runde erreichte, lag gegen Clemens gleich mit 2:4 im Hintertreffen. Doch Kurz schlug eindrucksvoll zurück und verschaffte sich mit fünf Satzerfolgen am Stück einen komfortablen 7:4-Vorsprung.

Clemens wirkte unzufrieden, was seine Mimik zeigte, traf die Doppel nicht, kämpfte sich trotzdem noch zweimal zurück. Kurz, der später im Finale auch gegen Dragutin Horvat die Oberhand gewann und sich die Fahrkarte zur WM sicherte, checkte mit einem High Finish (106 Punkte) aus und führte mit 8:6. Clemens, der zum Ende hin wieder etwas ruhiger wirkte, hatte im Anschluss die Möglichkeit zum Ausgleich, vergab jedoch zwei Leg-Darts und musste schließlich mit ansehen, wie Kurz den entscheidenden Dart versenkte.

Dennoch darf sich Gabriel Clemens große Hoffnungen machen, einer der 32 Spieler zu sein, die sich über die PDC Pro Tour qualifizieren. Denn neben den 32 bestplatzierten der Weltrangliste sind auch die folgenden 32 Spieler dieser Rangliste bei der WM mit dabei. Insgesamt treten 96 Spieler bei der Weltmeisterschaft im Ally Pally in London an. Clemens wird wohl wie im Vorjahr als ungesetzter Spieler den Weg über die erste Hauptrunde gehen müssen. Mit der Teilnahme an der WM 2021 wäre Clemens bereits zum dritten Mal in Serie bei den Welttitelkämpfen in London mit von der Partie und neben Max Hopp und Nico Kurz der dritte deutsche Teilnehmer.

Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung - Nr. 138 Mittwoch, den 17. Juni 2020
 

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„Gaga“ reist nach England

Dart-Profi Gabriel Clemens, der beim Bundesligisten DV Kaiserslautern gemeldet ist, startet ab Mittwoch bei den PDC Summer-Series. Das Turnier in der Marshall Arena von Milton Keynes (England) ist das erste des Dartverbandes PDC außerhalb Deutschland seit vier Monaten für den in Saarwellingen wohnenden Clemens. Zuvor hatte der „German Giant“, der in der Weltrangliste zu den besten 50 Spielern gehört, nur an der WM-Qualifikation in München teilgenommen, war dort im Halbfinale knapp an Nico Kurz gescheitert.
Bei den Summer-Series spielen 128 Teilnehmer vom 8. bis zum 12. Juli täglich einen Turniersieger aus.
Gespielt wird coronabedingt unter Ausschluss der Öffentlichkeit. benj

Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung - Nr. 156 Mittwoch, den 8. Juli 2020
 

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Gaga schickt Titelverteidiger heim
Gabriel Clemens steht in zweiter Runde des World Matchplay

Von Benjamin Haag

Gabriel Clemens vom DV Kaiserslautern ist der große Coup gelungen. Er ist der einzige Deutsche beim PDC World Matchplay in England und hat am Sonntagabend mit Rob Cross einen Hochkaräter des Dartsports aus dem Turnier genommen. „Gaga“, vorher 40. der Weltrangliste, siegte in der ersten Runde mit 10:8 gegen den Weltmeister von 2018 und Titelverteidiger des World Matchplay, der an Position vier gesetzt war.

Nach der Weltmeisterschaft gehört das World Matchplay im englischen Milton Keynes zu dem bedeutendsten Turnier im Dart-Zirkus. Wegen der Corona-Pandemie wird es, wie schon die Summer Series, ohne Zuschauer ausgetragen. Bei dem Turnier treten die ersten 16 der PDC Order of Merit gegen die Top 16 der Pro Tour Order of Merit an und spielen um 150.000 Pfund Siegprämie.

Erst als zweiter Deutscher in der Geschichte des Turniers (nach Max Hopp) hatte sich Clemens qualifiziert. Zuerst musste er, angekommen am Spielort, einen Coronatest hinter sich bringen. 22 Stunden musste er danach im Hotelzimmer verbringen, wie er mitteilte. Zu beachten waren wieder allerhand Regeln. Vor leeren Zuschauerrängen, im Hintergrund eine riesige Videowand mit Einspielern und Bildern von Fans, ging er ans Oche.

Und dann ginge es in Runde eins gleich gegen Titelverteidiger Rob Cross. In der Marshall Arena kam Clemens gut ins Spiel nutzte gleich zum Auftakt seinen dritten Set-Dart zum Break. Mit einem 127er Finish brachte er im Anschluss auch sein eigenes Leg zur 2:0-Führung über die Bühne. Das Match war bis dahin zwar auf keinem guten Niveau, beide Spieler hatten insbesondere Schwierigkeiten, die Triple-Felder zu treffen, dennoch schleppte der German Giant aus Saarwellingen, der noch auf der Kaderliste des DV Kaiserslautern steht, seinen Vorsprung bis zum 3:1 mit.
Dem Ausgleich des Engländers zum 3:3 ließ „Gaga“ Clemens neuerlich ein Break folgen. Das zwischenzeitliche Highlight war, als dem DVK-Akteur mit einem 170er Finish das höchstmögliche Checkout gelang. Triple 20, Triple 20, Bullseye – der ansonsten ruhige Clemens breitete die Arme aus und ließ sich in Gedanken von den nicht vorhandenen Zuschauern bejubeln. Trotz der beiden Highfinishs von Clemens hatte dieser bis dahin nur eine durchschnittliche Punktezahl von 81 für drei Würfe, Cross hingegen 92.

Cross kam nach dem 3:5 immer stärker auf, führte schließlich mit 6:5. Der Favorit schien seiner Stellung gerecht zu werden, doch im Anschluss gelang Clemens noch viermal die Höchstaufnahme von 180. Er war auch auf die Doppelfelder ungemein stark, traf immer besser. Und seine Würfe auf die Doppel 20 ließen ihn nicht im Stich. Auf dieses Feld ist er in diesem Jahr einer der besten drei Spieler der PDC-Tour.

Clemens’ Körpersprache wurde immer besser, er wirkte selbstbewusst, die Doppel flutschten. Warum er gerade bei seinem ersten Matchdart auf die Doppel 16 zielte und nicht auf seine Trumpf-20, bleibt das Geheimnis des Saarländers. Mit dem dritten Matchdart gelang Clemens schließlich der zehnte Leggewinn. Cross hatte kurz zuvor die große Möglichkeit zum Ausgleich verpasst und drei Darts zum 9:9 vergeben. Er verließ nach der Niederlage mit verbissenem Gesicht schnurstracks die Bühne.

Der Saarländer kassierte durch den Einzug in die zweite Runde 16.000 Pfund. Mit dem Sieg gegen Cross ist Clemens der erst zweite Spieler, der es schaffte, den Titelverteidiger gleich zum Auftakt aus dem World Matchplay zu nehmen. Und er schaltete den ersten gesetzten Spieler aus. Der Average von Clemens war mit 89,22 eigentlich zu niedrig, aber der Saarländer überzeugte mit einer Doppelquote von 55,56 Prozent.

So geht’s weiter
Am Dienstag (gegen 23 Uhr, live auf Sport1 und DAZN) trifft Gabriel Clemens in der zweiten Runde des World Matchplay auf den Ranglisten-13. Krzysztof Ratajski (Polen), der zum Auftakt stark gespielt (Average 107,53) und Jermaine Wattimena mit 10:4 ausgeschaltet hat.

Die Rheinpfalz Pfälzische Volkszeitung - Nr. 167 Dienstag, den 21. Juli 2020
 

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