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Turnaround ist ein allgemeiner Anglizismus für einen Umschwung, eine Umkehr oder eine Wende, meist tendenziell zum Positiven. Soweit die Definition bei wikipedia. Dass diese Begrifflichkeit aktuell beim 1. FC Kaiserslautern höchste Priorität genießt, dürfte vor allem aufgrund der herben 0:3-Heimklatsche gegen den KSV Holstein Kiel vom vergangenen Sonntagnachmittag auf Punkt Eins der pfälzischen Tagesordnung stehen.
Vorne an Harmlosigkeit nicht zu überbieten, hinten fehlerhaft und mit teils individuell groben Schnitzern im eigenen Aufbauspiel behaftet, fiel der dreifache Punktgewinn für die Störche am Betzenberg am Ende alles andere als unverdient aus. Obwohl FCK-Cheftrainer Dirk Schuster zunächst mit der Abkehr der bisherigen Dreierkette in der Abwehr und einer Umstellung zu einem 4-2-3-1-System eine Variante wählte um die „defensive Stabilität zurückzugewinnen“, wie er auf der abschließenden Pressekonferenz diese Maßnahme selbst bezeichnete, ging dieses Experiment gehörig schief. Das unsaubere Passspiel der eigenen Mannschaft im eigenen Aufbauspiel und eine auffallend spürbare Verunsicherung im gesamten Defensivverbund „killten“ die taktischen Vorgaben des Trainers in der ersten Spielhälfte nahezu schon vom Anpfiff an weg. Der Höhepunkt in negativem Sinne – das fatale Anspiel von Phillip Klement, der vor dem Führungstreffer der Gäste als letzter Mann einen tödlichen Fehlpass in den Lauf von Kiel-Angreifer Benedikt Pichler spielte und somit bereits nach einer Viertelstunde Spielzeit den 0:1-Rückstand des 1. FCK zum Leidwesen seiner Mannschaft selbst einleitete.
Ein weiteres Steckenpferd aus negativer Hinsicht beim FCK, sind aktuell die groben und immer wiederkehrenden Nachlässigkeiten im Verhalten bei gegnerischen Standards. Exemplarisch, der Treffer zum zwischenzeitlichen 0:2, unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff durch Jan-Fiete Arp, der eine durchgerutschte Ecke am zweiten Pfosten ohne Gegnerdruck vollkommen freistehend über die Torlinie bugsieren konnte. Der ihm augenscheinlich in dieser Situation zugeordnete Tymoteusz Puchacz machte hierbei keinen guten Eindruck und gewährte dem ehemaligen Talent vom FC Bayern München mit einer viel zu großen Distanz und alles andere als „nah am Mann“ so seinen zweiten Saisontreffer.
Wie einfach und mühelos dem 1. FCK in der zweiten Halbzeit erneut durch Benedikt Pichler endgültig „der Stecker gezogen wurde“, dürfte dem Lautrer-Chefcoach verstärkt einige graue Haare auf den Kopf treiben. Nach einem Einwurf auf der rechten Spielfeldseite, setzte sich Pichler fast schon entspannt im Laufduell gegen Kevin Kraus durch, düpierte im Strafraum zusätzlich noch den mit eingerückten Jan Elvedi durch eine einfache Körpertäuschung und brachte das Spielgerät am chancenlosen Julian Krahl ein drittes Mal im FCK-Tor unter. Bezeichnend, dass der erste Doppelpack für den österreichischen Stürmer in seinem 55. Zweitligaspiel für den KSV ausgerechnet gegen eine völlig indisponierte Hintermannschaft der Pfälzer glücken sollte.
Und die Hausherren? Bis auf eine etwa zehnminütige, bessere Spielphase kurz nach dem Seitenwechsel, die in ihrer dagebrachten Form aber definitiv nicht den Ausdruck einer „Aufholjagd“ verdient gehabt hätte, blieb spätestens nach dem vorentscheidenden dritten Gegentreffer nach ca. einer Stunde Spielzeit am Ende der 90 Minuten abermals nur die Definition eines gebrauchten FCK-Tages zurück, dem trotz des kalt-verregneten Novembersonntags erneut über 38.000 Zuschauer auf den Berg gefolgt waren. Diese verliehen ihrem Unmut über die gebotene Leistung ihrer Mannschaft bereits zur Halbzeit mit Pfiffen ihren Ausdruck. FCK-Spieler Marlon Ritter zeigte nach der dritten Pflichtspielniederlage in Folge, durchaus Verständnis für die Reaktion der Fans und beschwor nach dem Abpfiff den Zusammenhalt – am kommenden Samstagabend (Anstoß: 20:30 Uhr) reist der FCK-Tross zum Spitzenspiel zum 1. FC Magdeburg.
Mit nur zwei Punkten Rückstand auf den 1. FC Kaiserslautern, bekommt dieses anstehende Duell auf Augenhöhe bereits am 15. Spieltag sogar den Charakter eines „Sechs-Punkte-Spiels“, und das für beide Mannschaften. Der kommende Gegner der Pfälzer feierte am zurückliegenden Wochenende einen 2:0-Auswärtserfolg beim aktuellen Tabellenschlusslicht vom VFL Osnabrück. Baris Atik (2. Saisontor) und Luca Schuler (5. Saisontor) brachten durch ihre Treffer der Mannschaft von Cheftrainer Christian Titz in der zweiten Spielhälfte den vierten Saisonsieg auf den Weg.
Obwohl der FCM gerade zu Beginn der neuen Saison wie auch der kommende Gast aus K'Lautern einen ansprechenden und erfolgreichen Offensivfußball zeigte, verlor man Ende Oktober beginnend mit einer 1:2-Niederlage bei Hannover 96 die oberen Tabellenränge wieder aus den Augen. Drei weitere Niederlagen in Folge gegen die SV Elversberg (1:2), den Hamburger SV (0:2) und den FC Hansa Rostock (1:2) waren dafür verantwortlich, dass die Blau-Weißen von einem einstelligen Tabellenplatz bis auf Platz 13 der Tabelle durchgereicht wurden. Der Sieg an der Bremer Brücke war der erste Drei-Punkte-Erfolg seit Anfang September, was verdeutlicht, dass man auch in Magdeburg durchaus mit dem „schweren zweite Jahr“ nach dem Drittligaaufstieg 21/22 zu kämpfen hat.
Dabei erschließt sich bei einem näheren Blick auf das Tableau nicht sofort, wo die augenscheinlichen Schwächen der spielfreudigen Mannschaft aus Sachsen-Anhalt auszumachen sind, die unter der fortwährenden Ära von Cheftrainer Christian Titz bisher vor allem ihr Heil in ihrer starken Offensivreihe suchen und im Gegensatz zum kommenden Gegner der roten Teufel auch die Charakteristik einer Mannschaft mitbringen, ihre Stärken vor allem im eigenen Ballbesitzspiel zu haben. Mit einem zum Teil hoch-pressenden und vertikalen Angriffsspiel sorgte man gerade zum Anfang der neuen Spielzeit für z.T. berauschende Fußballfeste u.a. bei einem 4:2-Auswärtssieg bei Holstein Kiel (3. Spieltag) oder einem 6:4-Heimsieg gegen den Bundesligaabsteiger von Hertha BSC Berlin (5. Spieltag).
Dieses Vertrauen und das Selbstverständnis in die eigene Spielstärke wurde auch den kommenden Gästen aus der Pfalz in den letzten Jahren immer wieder zum Verhängnis (aus acht Pflichtspielen seit 2019 konnte der 1. FCK ligaübergreifend nur ein einziges Mal den Platz als Sieger verlassen). Allerdings ist es genau jener Faktor, der den Magdeburgern auch oftmals selbst als eigener Boomerang in der eigenen Defensive um die Ohren flog, da man die eigene Abwehrarbeit aufgrund der offensiven Spielweise etwas zu sehr vernachlässigt. Dieses Risiko ist aber bewusst so gewählt, steht Chefcoach Christian Titz im Gegensatz zu Dirk Schuster für eine gänzlich andere Spielphilosophie an der Seitenlinie, die im direkten Gegensatz zu seinem Berufskollegen aus der Pfalz weniger auf den jeweiligen Gegner ausgerichtet daherkommt und den Schwerpunkt verstärkt darauf legt selbst das berühmte Spiel machen zu wollen – Es dürfte am kommenden Samstagabend deshalb äußerst spannend werden, welcher Traineransatz im unmittelbaren Schlagabtausch beider Mannschaften der vielversprechendere bzw. erfolgreichere ist.
Aus taktischer Hinsicht gelang der kürzliche 2:0-Auswärtserfolg beim VFL Osnabrück in einem offensiven 4-3-3-System, welches auch zeitgleich die priorisierte Grundformation der Magdeburger darstellt, in der fast ausnahmslos alle bisherigen 14. Pflichtspiele bestritten wurden. Vor Stammtorhüter Dominik Reimann, bildeten im Spiel an der Bremer Brücke Cristiano Piccini und Daniel Heber das Paar auf den Positionen der Innenverteidiger. Rechts in der Viererkette ist Herbert Bockhorn gesetzt, sein Gegenpart auf der gegenüberliegenden Spielfeldseite heißt Leon Bell-Bell. Im defensiven Mittelfeld läuft der zwei-/u. kopfballstarke Silas Gnaka auf, er teilt sich bisher die Arbeit gegen den Ball auf der Sechserposition mit Daniel Elfadli, der aber im bisherigen Saisonverlauf ebenfalls auch schon verstärkt in der Innenverteidigung eingesetzt wurde. Davor starteten im Spiel gegen Osnabrück der laufstarke Mannschaftskapitän und „Wadenbeißer“ Amara Condé sowie Connor Krempicki in einer Doppelrolle auf den Achter-/Zehnerpositionen. Das Dreigestirn im Angriff bildeten Unterschiedsspieler Baris Atik, HSV-Neuzugang Xavier Amaechi, der für den aktuell verletzten Jason Ceka (Bänderriss im Sprunggelenk) den Vorzug erhielt und Stoßstürmer Luc Castaignos (drei Saisontore). Auch andere Personaloptionen sind im Spiel gegen den 1. FCK denkbar – u.a. drängt Top-Torschütze Luca Schuler (sechs Saisontreffer) beim FCM in die Startelf. Der 24-jährige Mittelstürmer dürfte im Duell gegen seinen Ex-Arbeitgeber aus der Pfalz sicherlich besonders motiviert sein. Auch an den japanischen Wirbelwind Tatsuya Itō dürften die Erinnerung aus Sicht der Lautrer nicht die besten sein - beim letzten Aufeinandertreffen Anfang März erzielte der quirlige Linksaußen das vorentscheidende 2:0 zum Heimsieg des 1. FCM.
Personelle Ausfälle sind auf Seiten des kommenden Gastgebers u.a. Ersatz-Torwart Julian Pollersbeck, der ebenfalls eine FCK-Vergangenheit mitbringt und zwischen 2014-2017 das Tor des pfälzischen Traditionsvereins hütete - Pollersbeck laboriert aktuell an Rückenproblemen. Rechtsverteidiger Eldin Dzogovic fällt mit einer Muskelverletzung aus, der bereits oben erwähnte Jason Ceka mit einem Bänderriss im Sprunggelenk. Fraglich sind zudem Innenverteidiger Jean Hugonet (Trainingsrückstand nach Adduktorenverletzung) und Mohammed El Hankouri (Trainingsrückstand nach Muskelbündelriss).
Für die kommenden Gäste aus der Pfalz war Magdeburg leider noch nie ein gutes Pflaster – und die ernüchternde 0:3-Niederlage gegen Kiel dürfte die Brust der Lautrer im kommenden Spiel in der MDCC-Arena sicherlich nicht breiter werden lassen. Noch immer befindet man sich bei den roten Teufeln nach mehr als einem gespielten Saisondrittel auf der Suche nach defensiver Stabilität, über die der erfrischende Offensivfußball und die guten Leistungen zu Saisonbeginn vielleicht etwas zu sehr hinweggetäuscht haben. Ob ein Einsatz von „Staubsauger“ Afeez Aremu im Spiel gegen den FCM realistisch ist, dürfte sich erst kurzfristig entscheiden, es ist allerdings fraglich, ob der 24-jährige Neuzugang vom FC St. Pauli in seiner zweiten vollständigen Trainingswoche nach überstandener Muskelverletzung konditionell schon eine wirkliche Option für Cheftrainer Dirk Schuster über die gesamten 90 Spielminuten darstellt. FCK-Angreifer Ragnar Ache trainierte in der Vorwoche individuell, eine Rückkehr ins reguläre Mannschaftstraining ist laut Vereinsangaben angedacht, aber noch nicht näher terminlich bekannt. Innenverteidiger Boris Tomiak muss im Spiel gegen die Sachsen noch einmal aufgrund seiner Rotsperre aus dem Spiel gegen die SpVgg Greuther Fürth pausieren. FCK-Neuzugang Almamy Touré könnte angesichts der Dsyfunktionalität in der FCK-Hintermannschaft schon früher sein Startelfdebut feiern als gedacht – Der 27-jährige Abwehrspieler wurde im Spiel gegen den KSV bereits in der Halbzeitpause für Jean Zimmer eingewechselt und war in den zweiten 45 Spielminuten einer der wenigen Lichtblicke auf Seiten der Betzebuwe.
So könnten sie spielen:
1. FC Magdeburg: Riemann - Heber, Piccini (Elfadli), Bockhorn, Bell-Bell,- Gnaka, Condé (C), Krempicki, Atik, Amaechi (Ito), Castaignos (Schuler)
1. FC Kaiserslautern: Krahl - Elvedi, Soldo (Touré), Kraus, Zimmer (C) (Durm), Puchacz,- Niehues, Raschl, Ritter, - Tachie, Boyd
Sperren & Ausfälle:
1. FC Magdeburg: Julian Pollersbeck (TW - Rückenprobleme), Eldin Dzogovic (RV - Muskelverletzung), Jason Ceka (RA - Bänderriss im Sprunggelenk), Jean Hugonet (IV - Trainingsrückstand nach Adduktorenverletzung, Einsatz fraglich), Mohammed El Hankouri (RA - Trainingsrückstand nach Muskelbündelriss, Einsatz fraglich)
1. FC Kaiserslautern: Boris Tomiak (IV - Rotsperre), Ragnar Ache (MS - Aufbautraining nach Bänderriss im Sprunggelenk), Aaron Opoku (RA - Knieprellung, Einsatz fraglich)
Vorne an Harmlosigkeit nicht zu überbieten, hinten fehlerhaft und mit teils individuell groben Schnitzern im eigenen Aufbauspiel behaftet, fiel der dreifache Punktgewinn für die Störche am Betzenberg am Ende alles andere als unverdient aus. Obwohl FCK-Cheftrainer Dirk Schuster zunächst mit der Abkehr der bisherigen Dreierkette in der Abwehr und einer Umstellung zu einem 4-2-3-1-System eine Variante wählte um die „defensive Stabilität zurückzugewinnen“, wie er auf der abschließenden Pressekonferenz diese Maßnahme selbst bezeichnete, ging dieses Experiment gehörig schief. Das unsaubere Passspiel der eigenen Mannschaft im eigenen Aufbauspiel und eine auffallend spürbare Verunsicherung im gesamten Defensivverbund „killten“ die taktischen Vorgaben des Trainers in der ersten Spielhälfte nahezu schon vom Anpfiff an weg. Der Höhepunkt in negativem Sinne – das fatale Anspiel von Phillip Klement, der vor dem Führungstreffer der Gäste als letzter Mann einen tödlichen Fehlpass in den Lauf von Kiel-Angreifer Benedikt Pichler spielte und somit bereits nach einer Viertelstunde Spielzeit den 0:1-Rückstand des 1. FCK zum Leidwesen seiner Mannschaft selbst einleitete.
Ein weiteres Steckenpferd aus negativer Hinsicht beim FCK, sind aktuell die groben und immer wiederkehrenden Nachlässigkeiten im Verhalten bei gegnerischen Standards. Exemplarisch, der Treffer zum zwischenzeitlichen 0:2, unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff durch Jan-Fiete Arp, der eine durchgerutschte Ecke am zweiten Pfosten ohne Gegnerdruck vollkommen freistehend über die Torlinie bugsieren konnte. Der ihm augenscheinlich in dieser Situation zugeordnete Tymoteusz Puchacz machte hierbei keinen guten Eindruck und gewährte dem ehemaligen Talent vom FC Bayern München mit einer viel zu großen Distanz und alles andere als „nah am Mann“ so seinen zweiten Saisontreffer.
Wie einfach und mühelos dem 1. FCK in der zweiten Halbzeit erneut durch Benedikt Pichler endgültig „der Stecker gezogen wurde“, dürfte dem Lautrer-Chefcoach verstärkt einige graue Haare auf den Kopf treiben. Nach einem Einwurf auf der rechten Spielfeldseite, setzte sich Pichler fast schon entspannt im Laufduell gegen Kevin Kraus durch, düpierte im Strafraum zusätzlich noch den mit eingerückten Jan Elvedi durch eine einfache Körpertäuschung und brachte das Spielgerät am chancenlosen Julian Krahl ein drittes Mal im FCK-Tor unter. Bezeichnend, dass der erste Doppelpack für den österreichischen Stürmer in seinem 55. Zweitligaspiel für den KSV ausgerechnet gegen eine völlig indisponierte Hintermannschaft der Pfälzer glücken sollte.
Und die Hausherren? Bis auf eine etwa zehnminütige, bessere Spielphase kurz nach dem Seitenwechsel, die in ihrer dagebrachten Form aber definitiv nicht den Ausdruck einer „Aufholjagd“ verdient gehabt hätte, blieb spätestens nach dem vorentscheidenden dritten Gegentreffer nach ca. einer Stunde Spielzeit am Ende der 90 Minuten abermals nur die Definition eines gebrauchten FCK-Tages zurück, dem trotz des kalt-verregneten Novembersonntags erneut über 38.000 Zuschauer auf den Berg gefolgt waren. Diese verliehen ihrem Unmut über die gebotene Leistung ihrer Mannschaft bereits zur Halbzeit mit Pfiffen ihren Ausdruck. FCK-Spieler Marlon Ritter zeigte nach der dritten Pflichtspielniederlage in Folge, durchaus Verständnis für die Reaktion der Fans und beschwor nach dem Abpfiff den Zusammenhalt – am kommenden Samstagabend (Anstoß: 20:30 Uhr) reist der FCK-Tross zum Spitzenspiel zum 1. FC Magdeburg.
Mit nur zwei Punkten Rückstand auf den 1. FC Kaiserslautern, bekommt dieses anstehende Duell auf Augenhöhe bereits am 15. Spieltag sogar den Charakter eines „Sechs-Punkte-Spiels“, und das für beide Mannschaften. Der kommende Gegner der Pfälzer feierte am zurückliegenden Wochenende einen 2:0-Auswärtserfolg beim aktuellen Tabellenschlusslicht vom VFL Osnabrück. Baris Atik (2. Saisontor) und Luca Schuler (5. Saisontor) brachten durch ihre Treffer der Mannschaft von Cheftrainer Christian Titz in der zweiten Spielhälfte den vierten Saisonsieg auf den Weg.
Obwohl der FCM gerade zu Beginn der neuen Saison wie auch der kommende Gast aus K'Lautern einen ansprechenden und erfolgreichen Offensivfußball zeigte, verlor man Ende Oktober beginnend mit einer 1:2-Niederlage bei Hannover 96 die oberen Tabellenränge wieder aus den Augen. Drei weitere Niederlagen in Folge gegen die SV Elversberg (1:2), den Hamburger SV (0:2) und den FC Hansa Rostock (1:2) waren dafür verantwortlich, dass die Blau-Weißen von einem einstelligen Tabellenplatz bis auf Platz 13 der Tabelle durchgereicht wurden. Der Sieg an der Bremer Brücke war der erste Drei-Punkte-Erfolg seit Anfang September, was verdeutlicht, dass man auch in Magdeburg durchaus mit dem „schweren zweite Jahr“ nach dem Drittligaaufstieg 21/22 zu kämpfen hat.
Dabei erschließt sich bei einem näheren Blick auf das Tableau nicht sofort, wo die augenscheinlichen Schwächen der spielfreudigen Mannschaft aus Sachsen-Anhalt auszumachen sind, die unter der fortwährenden Ära von Cheftrainer Christian Titz bisher vor allem ihr Heil in ihrer starken Offensivreihe suchen und im Gegensatz zum kommenden Gegner der roten Teufel auch die Charakteristik einer Mannschaft mitbringen, ihre Stärken vor allem im eigenen Ballbesitzspiel zu haben. Mit einem zum Teil hoch-pressenden und vertikalen Angriffsspiel sorgte man gerade zum Anfang der neuen Spielzeit für z.T. berauschende Fußballfeste u.a. bei einem 4:2-Auswärtssieg bei Holstein Kiel (3. Spieltag) oder einem 6:4-Heimsieg gegen den Bundesligaabsteiger von Hertha BSC Berlin (5. Spieltag).
Dieses Vertrauen und das Selbstverständnis in die eigene Spielstärke wurde auch den kommenden Gästen aus der Pfalz in den letzten Jahren immer wieder zum Verhängnis (aus acht Pflichtspielen seit 2019 konnte der 1. FCK ligaübergreifend nur ein einziges Mal den Platz als Sieger verlassen). Allerdings ist es genau jener Faktor, der den Magdeburgern auch oftmals selbst als eigener Boomerang in der eigenen Defensive um die Ohren flog, da man die eigene Abwehrarbeit aufgrund der offensiven Spielweise etwas zu sehr vernachlässigt. Dieses Risiko ist aber bewusst so gewählt, steht Chefcoach Christian Titz im Gegensatz zu Dirk Schuster für eine gänzlich andere Spielphilosophie an der Seitenlinie, die im direkten Gegensatz zu seinem Berufskollegen aus der Pfalz weniger auf den jeweiligen Gegner ausgerichtet daherkommt und den Schwerpunkt verstärkt darauf legt selbst das berühmte Spiel machen zu wollen – Es dürfte am kommenden Samstagabend deshalb äußerst spannend werden, welcher Traineransatz im unmittelbaren Schlagabtausch beider Mannschaften der vielversprechendere bzw. erfolgreichere ist.
Aus taktischer Hinsicht gelang der kürzliche 2:0-Auswärtserfolg beim VFL Osnabrück in einem offensiven 4-3-3-System, welches auch zeitgleich die priorisierte Grundformation der Magdeburger darstellt, in der fast ausnahmslos alle bisherigen 14. Pflichtspiele bestritten wurden. Vor Stammtorhüter Dominik Reimann, bildeten im Spiel an der Bremer Brücke Cristiano Piccini und Daniel Heber das Paar auf den Positionen der Innenverteidiger. Rechts in der Viererkette ist Herbert Bockhorn gesetzt, sein Gegenpart auf der gegenüberliegenden Spielfeldseite heißt Leon Bell-Bell. Im defensiven Mittelfeld läuft der zwei-/u. kopfballstarke Silas Gnaka auf, er teilt sich bisher die Arbeit gegen den Ball auf der Sechserposition mit Daniel Elfadli, der aber im bisherigen Saisonverlauf ebenfalls auch schon verstärkt in der Innenverteidigung eingesetzt wurde. Davor starteten im Spiel gegen Osnabrück der laufstarke Mannschaftskapitän und „Wadenbeißer“ Amara Condé sowie Connor Krempicki in einer Doppelrolle auf den Achter-/Zehnerpositionen. Das Dreigestirn im Angriff bildeten Unterschiedsspieler Baris Atik, HSV-Neuzugang Xavier Amaechi, der für den aktuell verletzten Jason Ceka (Bänderriss im Sprunggelenk) den Vorzug erhielt und Stoßstürmer Luc Castaignos (drei Saisontore). Auch andere Personaloptionen sind im Spiel gegen den 1. FCK denkbar – u.a. drängt Top-Torschütze Luca Schuler (sechs Saisontreffer) beim FCM in die Startelf. Der 24-jährige Mittelstürmer dürfte im Duell gegen seinen Ex-Arbeitgeber aus der Pfalz sicherlich besonders motiviert sein. Auch an den japanischen Wirbelwind Tatsuya Itō dürften die Erinnerung aus Sicht der Lautrer nicht die besten sein - beim letzten Aufeinandertreffen Anfang März erzielte der quirlige Linksaußen das vorentscheidende 2:0 zum Heimsieg des 1. FCM.
Personelle Ausfälle sind auf Seiten des kommenden Gastgebers u.a. Ersatz-Torwart Julian Pollersbeck, der ebenfalls eine FCK-Vergangenheit mitbringt und zwischen 2014-2017 das Tor des pfälzischen Traditionsvereins hütete - Pollersbeck laboriert aktuell an Rückenproblemen. Rechtsverteidiger Eldin Dzogovic fällt mit einer Muskelverletzung aus, der bereits oben erwähnte Jason Ceka mit einem Bänderriss im Sprunggelenk. Fraglich sind zudem Innenverteidiger Jean Hugonet (Trainingsrückstand nach Adduktorenverletzung) und Mohammed El Hankouri (Trainingsrückstand nach Muskelbündelriss).
Für die kommenden Gäste aus der Pfalz war Magdeburg leider noch nie ein gutes Pflaster – und die ernüchternde 0:3-Niederlage gegen Kiel dürfte die Brust der Lautrer im kommenden Spiel in der MDCC-Arena sicherlich nicht breiter werden lassen. Noch immer befindet man sich bei den roten Teufeln nach mehr als einem gespielten Saisondrittel auf der Suche nach defensiver Stabilität, über die der erfrischende Offensivfußball und die guten Leistungen zu Saisonbeginn vielleicht etwas zu sehr hinweggetäuscht haben. Ob ein Einsatz von „Staubsauger“ Afeez Aremu im Spiel gegen den FCM realistisch ist, dürfte sich erst kurzfristig entscheiden, es ist allerdings fraglich, ob der 24-jährige Neuzugang vom FC St. Pauli in seiner zweiten vollständigen Trainingswoche nach überstandener Muskelverletzung konditionell schon eine wirkliche Option für Cheftrainer Dirk Schuster über die gesamten 90 Spielminuten darstellt. FCK-Angreifer Ragnar Ache trainierte in der Vorwoche individuell, eine Rückkehr ins reguläre Mannschaftstraining ist laut Vereinsangaben angedacht, aber noch nicht näher terminlich bekannt. Innenverteidiger Boris Tomiak muss im Spiel gegen die Sachsen noch einmal aufgrund seiner Rotsperre aus dem Spiel gegen die SpVgg Greuther Fürth pausieren. FCK-Neuzugang Almamy Touré könnte angesichts der Dsyfunktionalität in der FCK-Hintermannschaft schon früher sein Startelfdebut feiern als gedacht – Der 27-jährige Abwehrspieler wurde im Spiel gegen den KSV bereits in der Halbzeitpause für Jean Zimmer eingewechselt und war in den zweiten 45 Spielminuten einer der wenigen Lichtblicke auf Seiten der Betzebuwe.
So könnten sie spielen:
1. FC Magdeburg: Riemann - Heber, Piccini (Elfadli), Bockhorn, Bell-Bell,- Gnaka, Condé (C), Krempicki, Atik, Amaechi (Ito), Castaignos (Schuler)
1. FC Kaiserslautern: Krahl - Elvedi, Soldo (Touré), Kraus, Zimmer (C) (Durm), Puchacz,- Niehues, Raschl, Ritter, - Tachie, Boyd
Sperren & Ausfälle:
1. FC Magdeburg: Julian Pollersbeck (TW - Rückenprobleme), Eldin Dzogovic (RV - Muskelverletzung), Jason Ceka (RA - Bänderriss im Sprunggelenk), Jean Hugonet (IV - Trainingsrückstand nach Adduktorenverletzung, Einsatz fraglich), Mohammed El Hankouri (RA - Trainingsrückstand nach Muskelbündelriss, Einsatz fraglich)
1. FC Kaiserslautern: Boris Tomiak (IV - Rotsperre), Ragnar Ache (MS - Aufbautraining nach Bänderriss im Sprunggelenk), Aaron Opoku (RA - Knieprellung, Einsatz fraglich)


