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Pfälzer in Topform, Löwen unter Zugzwang - Der 1. FCK zu Gast beim BTSV
Am kommenden Spieltag gastiert der 1. FC Kaiserslautern (6.) beim Tabellenvorletzten (17.) aus Braunschweig im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße.
Während die pfälzischen Gäste im vergangenen Heimspiel gegen Holstein Kiel förmlich über die Störche aus dem hohen Norden hinwegfegten und mit einem klaren 4:1-Heimsieg einen idealen Restart nach der zweiwöchigen Länderspielpause feierten, musste sich der BTSV im Auswärtsspiel gegen die Hertha mit einer 0:1-Niederlage im Berliner-Olympiastadion geschlagen geben.
Für sich genommen schlecht war der Auftritt der Löwen gegen die Topstars wie Fabian Reese, Toni Leistner u. Co. dabei allerdings nicht - aus statistischer Sicht erreichte man beim Spiel gegen die alte Dame einen xG-Wert von 1,97 (Hertha 1,04) sowie einen Expected Assists-Wert (xA) von 1,23 (Hertha 0,96) und lag somit in diesen Kennzahlen sogar deutlich vor der Mannschaft von Hertha-Coach Stefan Leitl. Auch im Hinblick der Zweikämpfe (50%) und der abgegebenen Torschüsse (15) egalisierten sich beide Teams (Quelle: kicker)
Über der knappen 0:1-Niederlage dürfte aus Braunschweiger Sicht deshalb am ehesten das Schlagwort "unglücklich" geschrieben stehen und viele BTSV-Fans waren sicherlich nicht unbeeindruckt vom mutigen Auftritt ihrer Mannschaft im Berliner-Westend, die im Vorfeld bereits mit einer deutlich höheren Niederlage gegen die formstarken Hauptstädter gerechnet hatten, die nunmehr seit vier Spielen ungeschlagen und ohne Gegentor geblieben sind.
Backhaus unter Druck: Schicksalsspiele an der Hamburger Straße
Das Problem daran: Für Schönspielerei alleine gibt es keine Punkte und die braucht man in Braunschweig dringend - Die Partie im Stadteil Charlottenburg war bereits die vierte Niederlage in Folge für den BTSV - in den Wochen zuvor, musste man sich u.a. schon im Niedersachsenderby gegen Hannover (0:3) und gegen zwei direkte Konkurrenten vom mittleren/unteren Tabellendrittel aus Nürnberg (1:2) und Bochum (0:2) geschlagen geben, womit man von Tabellenplatz zwölf (10. Spieltag) in der Zwischenzeit bis auf Tabellenrang siebzehn durchgereicht wurde.
Eintracht-Coach Heiner Backhaus (43), der erst zu Beginn der Saison als neuer Cheftrainer beim ehemaligen Gründungsmitglied der Bundesliga und einmaligen deutschen Fußballmeister 66/67 installiert wurde, steht nach dieser Niederlagenserie mittlerweile mit dem berühmten Rücken zu Wand - die Braunschweiger Spatzen pfeifen es seit Wochen von den Dächern, dass eigentlich jeder neue Spieltag für den gebürtigen Wittener, der in der Vorsaison noch die Alemannia aus Aachen in der 3. Liga coachte, ein Schicksalsspiel darstellt - auch das kommende Duell gegen formstarke Lautrer bildet dabei keine Ausnahme, auch wenn BTSV-Sportchef Benjamin Kessel (38) seinem Headcoach zuletzt demonstrativ den Rücken stärkte und u.a. davon sprach, dass "jeder im Verein an sein Leistungslimit gehen müsse" oder "alle gemeinsam in der Verantwortung stehen, Ergebnisse zu liefern und die Stimmung rund um die Eintracht wieder zu drehen", was sich allerdings ohne die notwendigen Erfolgserlebnisse schwierig gestalten dürfte.
Im gegenwärtigen Tableau belegt der BTSV wie eingangs erwähnt aktuell Tabellenplatz 17, bei drei Siegen, einem Unentschieden und bereits neun Niederlagen (Torverhältnis 12:25). Zuhause im heimischen Eintracht-Stadion konnte man bisher erst einen Sieg verbuchen (02. Spieltag - 3:2 gg. SpVgg Greuther Fürth), abseits dessen gab es ein Unentschieden sowie vier Niederlagen - das macht vier Zähler bei einem Torverhältnis von 6:14 und in der Heimtabelle den drittschlechtesten Rang vor dem 1. FC Magdeburg (3 Punkte) und Dynamo Dresden (2 Punkte).
Weitere Statistiken wie bspw. Ballbesitz zweitniedrigster Wert (45 %), xG niedrigster Wert aller Zweitligisten auf 90 min heruntergerechnet (1,11) bestätigen diesen Negativtrend. Auch wenn der BTSW bspw. in der Kennzahl der "abgefangenen Pässe" auf Platz vier im Ligavergleich rangiert (8.8), kann man diese verstärkten Balleroberungen offenbar nicht in defensive Stabilität und offensive Power umwandeln.
Kaderchaos beim BTSV: Sperrenflut und fehlende Leistungsträger
Problematisch ist beim BTSV neben diesen besorgniserregenden Werten auch die gegenwärtige Kadersituation: In der aktuellen Fairnesstabelle rangiert die Eintracht auf Tabellenplatz Eins, allerdings in negativer Hinsicht - Bereits 27 gelbe Karten, zwei gelb-rote Karten und stolze vier Platzverweise durch rote Karten sorgen hier für die alleinige Tabellenführung sowie eine eng damit verbundene, unfreiwillige Personal-Fluktuation, nahezu an jedem Spieltag.
Passend dazu kehrt im Spiel gegen die Betzebuwe BTSV-Stürmer Erencan Yardımcı (23) in den Kader zurück, der eine drei Spiele andauerende Rotsperre zu verbüßen hatte - die Sommerleihgabe der TSG 1899 Hoffenheim hatte sich im Derby gegen Hannover 96 am 10. Spieltag zu einer groben Unsportlichkeit hinreißen lassen, als er nach einem Zweikampf Gegenspieler Boris Tomiak am Hals packte. Zusammen mit Rechtsaußen Christian Conteh (26) ist Yardımcı der torgefährlichste Angreifer auf Seiten der Braunschweiger (je 3 Saisontore).
Verletzungsbedingt muss Heiner Backhaus im Spiel gegen die roten Teufel auf Unterschiedsspieler Lino Tempelmann (26) verzichten, der sich kürzlich nach anhaltenden Knieproblemen einer OP unterziehen musste und dem BTSV die kommenden Wochen fehlen wird. Ebenfalls fehlt Innenverteidiger Frederik Jäkel (24) aktuell mit einer Kreuzbandverletzung längerfristig. Ein weiterer, ärgerlicher Ausfall auf Seiten des BTSV stellt Leistungsträger und Mannschaftskapitän Sven Köhler (29) aus dem zentralen Mittelfeld dar, der sich beim Spiel in Berlin den fünften, gelben Karton abholte und das Spiel gegen den 1. FCK somit gesperrt verpassen wird - für Köhler könnten entweder Youngster Max Marie (21) oder Robin Heußer (27) in die BTSV-Startelf rücken.
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