Die Nachspielzeit: Heimniederlage 1.FC Kaiserslautern – SC Paderborn 1:2
2026 März 01/ By / 0 comment

Der 1. FC Kaiserslautern verlor sein Heimspiel gegen den SC Paderborn mit 1:2 und fühlte sich dabei stark von Schiedsrichter Florian Exner benachteiligt. Sportdirektor Marcel Klos bezeichnete dessen Leistung als „bodenlos“.

In der 6. Minute blieb ein mögliches Foul an FCK-Stürmer Norman Bassette ungeahndet. Kurz vor der Pause fiel Paderborns Stefano Marino nach einem Zweikampf mit Atanas Chernev zu Boden, worauf Exner Freistoß gab – Calvin Brackelmann verwandelte zum 0:1 (45.+7). Laut FCK und dem DFB-Schiedsrichterbeobachter war es jedoch kein Foul. Trainer Torsten Lieberknecht zeigte sich daraufhin erbost und erhielt kurz nach dem Pausenpfiff Gelb und Gelb-Rot.

In der Nachspielzeit pfiff Exner nach VAR-Überprüfung einen umstrittenen Elfmeter gegen Kaiserslautern – Filip Bilbija traf zum 0:2 (90.+5). Kenny Redondo verkürzte zwar noch (90.+8), mehr gelang den Pfälzern aber nicht. Lieberknecht und Klos kritisierten anschließend die fehlende Linie und das Kommunikationsverhalten des Unparteiischen.

Es war die vierte Heimniederlage des FCK in der laufenden Zweitliga-Saison – und wieder eine, die zeigte, dass die Mannschaft in entscheidenden Momenten schwächelt. Immer dann, wenn die Roten Teufel die Chance haben, den Rückstand zur Tabellenspitze zu verkürzen oder Patzer der Konkurrenz zu nutzen, verlieren sie an Nerven und Präzision. Gegen Paderborn brachte der FCK keine echte Großchance zustande; nach dem 0:1 fehlte jede Struktur. Trainer Lieberknecht sprach von mangelnder Genauigkeit, wollte den holprigen Rasen im Fritz-Walter-Stadion allerdings nicht als Ausrede gelten lassen – obwohl dieser erst vor gut zwei Monaten für 200.000 Euro erneuert worden war.

Zudem war es bereits das zweite Spiel binnen kurzer Zeit, in dem der FCK entscheidend durch Schiedsrichterentscheidungen benachteiligt wurde. Schon beim 1:3 gegen Elversberg im Januar hatte eine strittige Rote Karte gegen Leon Robinson großen Einfluss auf den Spielverlauf gehabt.

Am Samstag sorgten gleich mehrere Entscheidungen für Empörung. Exners Auslegung des Zweikampfs Bassette–Götze (kein Elfer) und des Chernev–Marino-Duells (Freistoß zum 0:1) widersprachen sich – eine Inkonsequenz, die auch der Schiedsrichterbeobachter kritisierte. Lieberknechts emotionale Reaktion darauf führte zu seinem Platzverweis. Nach dem Spiel verweigerte Exner sowohl den FCK-Offiziellen als auch den Medien das Gespräch. Klos zeigte sich darüber fassungslos: „Ich gehe nach dem Spiel hin, und er droht mir sofort mit Rot.“

Den endgültigen Frust brachte der Handelfmeter, der zum 0:2 führte. Zwar berührte Paderborns Kennedy Okpala den Ball selbst mit der Hand, doch Exner ahndete stattdessen ein angebliches Foul von FCK-Mittelfeldspieler Fabian Kunze. Nach minutenlanger Überprüfung blieb die Entscheidung bestehen – aus FCK-Sicht ein weiterer Fehlpfiff. „Der Schiedsrichter war nicht auf dem Niveau“, resümierte Semih Sahin. Selbst Paderborns Trainer Ralf Kettemann zeigte Verständnis: „Ich verstehe Kaiserslautern, dass es mit den Entscheidungen nicht einverstanden ist.“

Trotz aller Diskussionen blieb sportlich festzuhalten: Kaiserslautern zeigte eine schwache Leistung, ohne Zielstrebigkeit und Offensivkraft. Paderborn war die abgeklärtere Mannschaft und siegte verdient. Mit acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz sind die Aufstiegshoffnungen des FCK zehn Spieltage vor Schluss kaum noch realistisch – auch wenn Lieberknecht und seine Spieler kämpferisch ankündigten, sich in Bochum wieder aufzurichten.