Pfusch am Bau
Über dem Fritz-Walter-Stadion scheint seit der WM-Bewerbung und dem Zuschlag für fünf Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ein Fluch zu lasten: Die Finanzkrise des 1. FC Kaiserslautern hatte den WM-Standort mehrfach in Frage gestellt. Dass sich Fast-Bankrotteur FCK mit der Philipp Holzmann AG auch noch einen Ganz-Pleitier als Generalunternehmer ins Boot holte und im Fluss die Pferde wechselte, sprich einen neuen Bauunternehmer auf den Berg holte, bescherte massive Verzögerungen beim Ausbau der für den FCK viel zu großen Arena. In der Bundesliga rangiert der FCK auf Platz 18. Zwölf WM-Stadien wurden neu-, aus- oder umgebaut. Kaiserslautern wird als Letzter fertig ...
Halb Deutschland lacht sich seit gestern schlapp und lästert: die Lauterer Mannschaft Schrott, das Stadion Schrott. Die Bundesliga-Partie des 1. FC Kaiserslautern gegen Eintracht Frankfurt ist wegen Sicherheitsbedenken auf der Osttribüne abgesagt worden. Fraglos: Wenn Gefahr für Leib und Leben der Besucher nicht ausgeschlossen werden kann, ist es verantwortungsbewusst, so zu entscheiden, wie entschieden worden ist. Nach der Schilderung der Experten liegt die Vermutung nahe, dass beim Verzinken der Stahlträger gepfuscht, unsauber gearbeitet wurde. So wurde möglicherweise ein Pfeiler angeknackst - es hätte, wenn man das Horror-Szenario zu Ende denkt, zu einer tödlichen Gefahr werden können!
Gestern die Notbremse gezogen zu haben - richtig. Nach Feststellung von Fehlern auf der Westtribüne auch die Osttribüne noch einmal untersucht zu haben - pflichtbewusst und vertrauensbildend. Das Image der WM-Stadt Kaiserslautern aber leidet weiter Not. Am 12. Februar 2005 gab"s fast eine Tragödie: In der Pause des FCK -Spieles gegen Hansa Rostock wurde der Ordner Johann Wolf durch ein herabstürzendes Teil der Dachkonstruktion verletzt. Das Unglück hätte tödlich enden können. Ein Spielausfall, weil ein Strahlträger in einem nagelneuen Stadion Risse aufweist - ein Skandal!
Der Fritz-Walter-Bonus neigte die Waage für Kaiserslautern als WM-Spielort. Der 1. FC Kaiserslautern aber war - aus heutiger Sicht - mit seiner Bewerbung finanziell überfordert. Hätte der Verein - wie mit Stadt und Land vereinbart - die Mehrkosten des Ausbaus stemmen müssen, wäre er schon pleite. So haben Land und Stadt mit einem Kraftakt - den der Steuerzahler bezahlen darf - den WM-Standort gerettet und den Verein saniert.
Folge des Chaos waren Zweifel am WM-Standort in der Pfalz und böse zeitliche Verzögerungen beim Ausbau. Überraschend, dass der Welt-Fußballverband den Dilettantismus nicht mit der roten Karte sühnte!
Für Mannschaft und Trainer des 1. FC Kaiserslautern kommt die Absage einem Tiefschlag gleich. Eine Woche wurde der Kader auf das Spiel ausgerichtet, Spannung aufgebaut - und anstatt heute die Wende zu zwingen, wird trainiert. Da verpufft Energie, der Abstand zum rettenden Ufer dürfte wachsen. Nicht gut für den Kopf, nicht hilfreich für die wunde Seele!
Skandalös, dass wegen Pfusch am Bau im Fritz-Walter-Stadion heute nicht gespielt werden kann

Quelle:RON
Geändert von ranzekuh (03.12.2005 um 10:14 Uhr)
Wenn du kritisiert wirst, dann musst du irgend etwas richtig machen. Denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
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